Drei Charter-Flugzeuge aus Türkiye haben die in Israel freigelassenen Gaza-Aktivisten der „Global Sumud Flotilla“ nach Istanbul gebracht. Hunderte Friedensaktivisten aus mehr als 40 Ländern kamen am Donnerstag am Flughafen Istanbul an. Die Fluggesellschaft Turkish Airlines hatte die Flüge organisiert.
Empfangen wurden die Aktivisten von Angehörigen sowie Vertretern türkischer Behörden und Organisationen. Viele Aktivisten erheben schwere Vorwürfe gegen Israel. Sie berichteten bei ihrer Ankunft von Gewalt, Folter und sexuellen Übergriffen durch die israelische Armee, darunter auch der Einsatz von Elektroschocks als Folterwerkzeug.
Mehrere verletzte Aktivisten wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft im bereitstehenden Krankenwagen behandelt. Sie wurde anschließend zur Untersuchung ins Institut für Rechtsmedizin gebracht. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hatte bereits ein Ermittlungsverfahren zu den israelischen Aggressionen in internationalen Gewässern
Der türkische Außenminister Hakan Fidan hatte zuvor erklärt, drei Charterflugzeuge aus Türkiye seien zum Ramon-Flughafen im Süden Israels unterwegs. Nach Angaben des türkischen und französischen Außenministeriums vom Donnerstag sollten insgesamt 422 Friedensaktivisten nach Türkiye ausgeflogen werden. Darunter sind demnach 58 türkische und 37 französische Staatsangehörige. Aus dem Auswärtigen Amt verlautete, dass unter den ausgewiesenen Aktivisten auch acht deutsche Staatsbürger seien. Diese Zahl hatten zuvor auch die Organisatoren der Flotte gegenüber AFP genannt.
Am Donnerstag hatte außerdem ein vom rechtsextremen israelischen Polizeiminister Itamar Ben Gvir im Onlinedienst X veröffentlichtes Video für Empörung gesorgt. Das Video zeigt verschleppte Aktivisten in erniedrigenden Haltungen. Dutzende Aktivisten wurden mit den Händen auf dem Rücken gefesselt und auf Knien auf dem Deck eines Militärschiffs gezeigt, während die israelische Nationalhymne zu hören war. Ben Gvir schwenkt in dem Video derweil eine israelische Flagge.
Das am Mittwoch veröffentlichte Video hatte international eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Die USA, die EU, Türkiye, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien äußerten scharfe Kritik. Mehrere Staaten bestellten ihre israelischen Botschafter ein. Auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu distanzierte sich von dem Video.
Israel hatte die aus mehr als 50 Booten bestehende Gaza-Hilfsflotte Anfang der Woche in internationalen Gewässern bei Zypern geentert. Etwa 430 Aktivisten wollten die von Ägypten mitgetragene illegale Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen.























