Die Aktivisten der von den israelischen Streitkräften geenterten Gaza-Hilfsflotte sollen nach Israel verschleppt werden. Alle 430 Insassen der Boote „wurden auf israelische Schiffe gebracht und sind auf dem Weg nach Israel, wo sie sich mit ihren konsularischen Vertretern treffen können“, teilte das israelische Außenministerium am Dienstagabend mit.
Die rund 50 Boote waren am Donnerstag vom türkischen Marmaris aus in See gestochen. Am Montag wurden sie von der israelischen Marine festgesetzt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu behauptete, das Vorhaben der Flotilla-Teilnehmer sei ein „böswilliger Plan“ zur Umgehung der Gaza-Blockade.
Die Organisation „Global Sumud Flotilla“ warf Israel hingegen „Verstöße gegen das internationale Seerecht und die Entführung friedlicher Zivilisten“ vor. Ziel der Hilfsflotte war es, den illegalen Belagerungsring um Gaza zu durchbrechen und humanitäre Hilfsgüter in den Küstenstreifen zu bringen.
An Bord der Schiffe befanden sich zahlreiche internationale Friedensaktivisten, unter ihnen Margaret Connolly, die Schwester der irischen Präsidentin. Spanien äußerte scharfe Kritik an der israelischen Aggression. Das türkische Außenministerium warf Israel einen „neuen Akt der Piraterie" vor.
Israel riegelt den Gazastreifen seit Juni 2007 entgegen dem Völkerrecht ab. Damals hatte die palästinensische Hamas nach ihrer Wahl die Regierung in Gaza übernommen.
Ende April hatten israelische Streitkräfte bereits eine Hilfsflotte in internationalen Gewässern vor Griechenland gekapert. 175 pro-palästinensische Aktivisten wurden dabei von Israel auf die griechische Insel Kreta verschleppt. Zwei Aktivisten wurden nach Israel entführt und dort zehn Tage festgehalten.
Auch Ende 2025 hatte schon einmal eine Hilfsflotte versucht, in den Gazastreifen zu gelangen. Die Schiffe wurden auch damals von der israelischen Marine gestürmt; die Besatzungsmitglieder verschleppt und anschließend ausgewiesen.
Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 72.770 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 172.707 weitere.























