Die US-Regierung hat der palästinensischen Delegation bei den Vereinten Nationen mit dem Entzug ihrer Visa gedroht, sollte der palästinensische Botschafter seine Kandidatur für die Vizepräsidentschaft der UN-Vollversammlung nicht zurückziehen. Dies geht aus einem internen Kabel des US-Außenministeriums hervor, das die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte.
In dem auf Mittwoch datierten Schreiben werden US-Diplomaten angewiesen, die Botschaft zu übermitteln, dass die Kandidatur des palästinensischen UN-Botschafters Riyad Mansour Spannungen schüre und den Gaza-Friedensplan von US-Präsident Donald Trump zu untergraben drohe. Sollte die Kandidatur nicht zurückgezogen werden, werde Washington die Palästinenserbehörde zur Verantwortung ziehen, hieß es in dem Dokument. Der US-Sender NPR hatte zuerst darüber berichtet.
Im Februar hatte Mansour demnach bereits seine Kandidatur für die Präsidentschaft der Vollversammlung auf Druck der USA zurückgezogen. Die US-Regierung befürchtet nun dem Dokument zufolge, dass er auch als Vizepräsident Sitzungen leiten könnte, insbesondere zu Nahost-Themen.
Die Wahl des Präsidenten der UN-Vollversammlung und der 16 Vizepräsidenten findet am 2. Juni statt. Die Palästinenserbehörde ist bei den Vereinten Nationen offiziell als Beobachterstaat ohne Stimmrecht vertreten.
Eine Stellungnahme der palästinensischen Vertretung bei der UN lag zunächst nicht vor. Ein Sprecher des US-Außenministeriums lehnte unter Verweis auf die Vertraulichkeit von Visa-Angelegenheiten eine Stellungnahme ab.























