Eine UN-Berichterstatterin hat Folter von palästinensischen Gefangenen sowie „potenziell rechtswidrige Todesfälle“ in israelischen Gefängnissen angeprangert. „Die nach dem 7. Oktober 2023 ergriffenen Notfallmaßnahmen haben die palästinensischen Insassen Folter, potenziell rechtswidrigen Todesfällen, Isolationshaft und erniedrigenden Haftbedingungen ausgesetzt“, erklärte Alice Jill Edwards, UN-Sonderberichterstatterin für Folter, am Dienstag.
Die „Vielzahl und die Grausamkeit“ der gesammelten Vorwürfe zeugten „von einer eklatanten Missachtung Israels der Pflicht, alle Gefangenen menschlich zu behandeln“, fügte Edwards hinzu.
Die UN-Berichterstatterin gab an, Informationen zu 52 Fällen verschiedener Formen von Folter oder anderer Misshandlungen gesammelt zu haben sowie zu 33 Fällen sexueller Folter und anderer sexueller Gewalt. Zu den gemeldeten Fällen zählen demnach unter anderem Schläge, Fesselung, Stromschläge, Schlafentzug und Hunger, längere Isolationshaft sowie als „unmenschlich und erniedrigend“ eingestufte Haftbedingungen.
Weiter habe es seit Oktober 2023 Berichten zufolge mindestens 94 Todesfälle in Haft gegeben, die nicht untersucht wurden. Die Berichte hätten große Besorgnis ausgelöst, sagte Edwards. Die in mehreren Fällen ausgeführten Autopsien zeigten unter anderem mehrfache Rippenbrüche sowie Blutungen und Risswunden an Organen.
Von den 1.680 gegen israelische Geheimdienste eingereichten Beschwerden habe keine einzige zu einer Anklage geführt, erklärte Edwards in einer an die israelischen Behörden gerichteten Mitteilung.
Aktuell werden in Israel mehr als 9.000 Palästinenser in Haftanstalten festgehalten – darunter auch viele Minderjährige. Edwards forderte Israel nachdrücklich auf, seine Gesetze und Praktiken in Zusammenhang mit den Haftbedingungen zu überprüfen und zu überarbeiten.
Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird.
Israels Venrichtungsfeldzug in Gaza wird von vielen Experten und Menschenrechtsorganisationen als Völkermord eingestuft. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 72.760 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 172.704 weitere.























