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Wadephul dankt Türkiye für Außenministertreffen in Istanbul
In Istanbul suchen europäische und regionale Partner gemeinsam nach diplomatischen Wegen aus langwierigen Konflikten. Im Fokus steht die Sicherheit wichtiger Seewege. Wadephul will den Dialog in Deutschland fortsetzen.
Wadephul dankt Türkiye für Außenministertreffen in Istanbul
Wadephul dankt Türkiye für Außenministertreffen in Istanbul / Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat Türkiye für die Ausrichtung des ersten Außenministertreffens der E4- und R4-Staaten in Istanbul gedankt. Im Mittelpunkt der Beratungen standen diplomatische Wege zur Eindämmung regionaler Konflikte und die Sicherheit wichtiger Seewege.

Auf der Online-Plattform X würdigte Wadephul am Samstag die Gastfreundschaft seines Amtskollegen Hakan Fidan und des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. „Vielen Dank Hakan Fidan für die Ausrichtung unserer gemeinsamen Initiative: des ersten E4- und R4-Treffens in Istanbul“, schrieb Wadephul.

„Ein besonderer Moment während des heutigen Besuchs: Vielen Dank, Präsident Recep Tayyip Erdoğan, dass Sie die europäischen und regionalen Außenminister im historischen Dolmabahçe-Palast empfangen haben“, so Wadephul weiter. „Wir schätzen die herzliche Gastfreundschaft von Türkiye sehr, während wir zusammenkommen, um Wege zur Lösung langwieriger Konflikte auszuloten.“ 

In Istanbul kamen europäische Staaten und Länder aus der Region erstmals in einem neuen Format zusammen. Pakistan, Saudi-Arabien und Türkiye hatten sich vor kurzem zu einem Verteidigungsbündnis zusammengeschlossen, zusätzlich war nun auch der Außenminister Ägyptens dabei. Deutschland, Frankreich und Großbritannien arbeiten seit einigen Jahren im E3-Format der größeren europäischen Staaten zusammen. In diesem Fall kam noch Italien hinzu.

Neue diplomatische Ansätze für regionale Konflikte

Nach Angaben des Bundesaußenministers sehen die europäischen und regionalen Partner die dringende Notwendigkeit, eine weitere Eskalation in der Straße von Hormus und am Bab al-Mandab zu verhindern.

„Unser Ziel ist es, einen ‚Einstieg in den Ausstieg‘ aus diesen langwierigen Konflikten zu finden. Es gibt keine einfache Lösung: Wir sind bereit, neue diplomatische Ansätze auszuloten und so zur Wiederherstellung von Stabilität und Freiheit der Schifffahrt beizutragen“, erläuterte Wadephul.

Fidan forderte eine Öffnung der Straße von Hormus und ein Ende der Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien. Auch die negativen Auswirkungen auf die Märkte müssten ein Ende finden. Eine militärische Intervention etwa seitens der USA gegen den Iran sei aber keinesfalls eine Lösung: „Das befürwortet derzeit auch niemand.“

Weitere Beratungen in Deutschland geplant

Zum Schwarzen Meer, wo sowohl Russland als auch die Ukraine Schiffe angreifen, sagte Wadephul: „Auch im Schwarzen Meer, wo Russlands Angriffe auf Getreidelieferungen die Ernährungssicherheit bedrohen, sind wir entschlossen, Wege auszuloten, um dazu beizutragen, dass Getreide die Bedürftigen erreicht.“

Fidan forderte eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg und betonte, dass dies alle Seiten am Tisch befürworteten. Die freie Schifffahrt müsse wieder aufgenommen werden, das sei vor allem für den Export von Getreide wichtig. Falls der Krieg nicht aufhöre, müsse zwischen Russland und der Ukraine wieder ein Abkommen vereinbart werden, das den Export ermögliche.

Unter den Ausfällen leiden laut der Welternährungsorganisation (FAO) insbesondere Länder in Nordafrika, dem Nahen Osten und Teile von Afrika südlich der Sahara. „Es gibt erhebliche Störungen bei Logistik und Marktzugang, aber noch keine globale Lebensmittelkrise“, erklärte die FAO. Die Hauptherausforderung sei nicht die Verfügbarkeit von Getreide, sondern ob es Käufer verlässlich, pünktlich und zu erschwinglichen Kosten erreiche.

Mit Blick auf künftige Treffen sagte Wadephul: „Es ist so gut gelaufen, dass wir vereinbart haben, uns ab jetzt regelmäßig zu treffen“. Das nächste Treffen werde in Deutschland stattfinden. Alle seien seiner Einladung gefolgt.

QUELLE:TRT Deutsch