TÜRKİYE
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Erdoğan verurteilt Huthi-Angriffe auf Flughafen in Riad
Nach den tödlichen Angriffen der Huthis auf Saudi-Arabien warnt der türkische Präsident Erdoğan vor einer Eskalation in der Region – und weist auf den Mekka-Pakt hin. Dieser könnte bald vom türkischen Parlament ratifiziert werden.
Erdoğan verurteilt Huthi-Angriffe auf Flughafen in Riad
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan / Foto: AA

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat die Huthi-Angriffe auf den Flughafen in der saudischen Hauptstadt Riad aufs Schärfste verurteilt. Türkiye stehe angesichts dieser „rechtswidrigen und unmenschlichen Angriffe“ an der Seite Saudi-Arabiens, sagte Erdoğan nach einer Kabinettssitzung am Montag in Ankara. „Wir wollen Frieden und Stabilität in unserer gesamten Region“, betonte er.

Zugleich warnte Erdoğan vor einer Ausweitung der Konflikte in der Region. Vom Libanon über Jemen bis hin zum Iran liege eine Zunahme der Spannungen vor. Unterschiedliche Interessen würden vor allem mithilfe von Stellvertreterkräften verfolgt. Türkiye festige trotz der Krisen in seinem Umfeld seine Stellung als „Insel der Stabilität, des Vertrauens und des Friedens“.

Ankara setze sich dafür ein, Streitigkeiten „am Verhandlungstisch durch Dialog und Diplomatie“ zu lösen, so Erdoğan weiter. Dabei müssten die Staaten in der Region selbst Verantwortung übernehmen. „Der gegenseitige Respekt vor der Souveränität und territorialen Integrität ist unser grundlegendes Prinzip“, sagte der türkische Staatschef. „Spaltung und Zersplitterung“ dienten lediglich den Interessen jener „böswilligen Kräfte“, die das Ziel hätten, die Region in ein „Blutbad“ zu verwandeln.

Mehrere Angriffe auf Flughafen in Riad

Bei einem Raketenangriff auf den internationalen König-Khalid-Flughafen in Riad waren am Samstag zunächst 12 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden, wie saudische Behörden meldeten. Nach Angaben der indischen Botschaft erlag am Sonntag ein weiterer Verletzter seinen Verletzungen. Die Huthi-Miliz im Jemen bekannte sich zu dem Angriff. Der Flughafen wurde anschließend geschlossen.

Am Sonntag wurde der Flughafen in Riad erneut getroffen. Nach Angaben saudischer Behörden starb dabei ein pakistanischer Staatsangehöriger, elf weitere Menschen seien verletzt worden. Ein Geschoss schlug demnach im Bereich der Inlandsterminals ein. Laut der Nachrichtenagentur AP war dies bereits der vierte Angriff auf den Flughafen innerhalb von fünf Tagen. 

Huthi-Miliz hatte Gegenangriffe angekündigt

Die Huthi-Miliz hatte zuvor öffentlich erklärt, dass saudische Flughäfen sowie der gesamte Luftraum in dem Land „legitime Ziele“ seien. Sie rief Fluggesellschaften und Reisende auf, diese Orte zu meiden. Als einzige Ausnahme nannten die Huthis die heiligen islamischen Stätten Mekka und Medina. Die Miliz rechtfertigt ihr Vorgehen als Reaktion auf die anhaltenden Luftangriffe der saudischen Militärkoalition im Jemen, die sich auch gegen Flughäfen und Infrastruktur richteten. 

Die Huthi-Miliz hatte mit Raketen und Drohnen sowie einer Seeblockade ursprünglich den palästinensischen Widerstand im Kampf gegen Israel nach dem 7. Oktober 2023 unterstützt. Militärischen Beistand leisteten die Huthis auch dem Iran beim US-israelischen Angriffskrieg. Später richteten sich die Aktionen der Huthi-Miliz nach Jahren wieder gegen Saudi-Arabien, dessen Koalition die international anerkannte Regierung Jemens seit 2015 militärisch unterstützt. 

Die Huthis kontrollieren etwa ein Drittel des Landes, darunter auch die Hauptstadt Sanaa. Dort leben rund 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung: bis zu 30 Millionen Menschen. Auch Israel hat wiederholt die Huthi-Miliz im Jemen angegriffen, darunter den Hafen von Hodeida.

Mekka-Abkommen soll türkischem Parlament vorgelegt werden

Erdoğan erklärte zudem, das Verteidigungsabkommen zwischen Türkiye, Saudi-Arabien und Pakistan werde in den kommenden Tagen dem türkischen Parlament vorgelegt. Eine Ratifizierung könnte etwa den Weg für eine Truppenentsendung nach Saudi-Arabien ebnen. 

Die drei Staaten hatten das Verteidigungsabkommen am 7. August im saudi-arabischen Mekka geschlossen. Dem sogenannten Mekka-Pakt zufolge gilt ein bewaffneter Angriff auf einen der drei Staaten als Angriff auf alle Bündnispartner. Die Unterzeichner bezeichnen das Bündnis als defensiv und nicht gegen ein bestimmtes Land gerichtet. Es knüpft an das 2025 geschlossene Verteidigungsabkommen zwischen Saudi-Arabien und Pakistan an.

Parallel werde am institutionellen Rahmen der Vereinbarung gearbeitet, erklärte Erdoğan. Die Zusammenarbeit habe zwei Ziele: Stärkung der kollektiven Verteidigung und der regionalen Kooperation sowie Aufbau einer dauerhaften und funktionsfähigen institutionellen Struktur.

„Ich möchte betonen, dass die Aktivitäten im Rahmen des gemeinsamen Verteidigungsabkommens – genauso wie bei der NATO – auf Grundlage unserer nationalen Gesetzgebung durchgeführt werden“, unterstrich Erdoğan. Er wies Darstellungen zurück, die Türkiye eine andere Position zuschreiben wollten. 

„Die Position von Türkiye, seine Belange und Grundsätze“ seien klar, betonte der Präsident. „Wir betrachten die Ereignisse niemals durch eine ethnische oder konfessionelle Brille.“ Ankara wolle, dass in der gesamten Region „Frieden und Stabilität“ herrschten. Türkiye werde sich deshalb auch künftig auf Grundlage regionaler Eigenverantwortung für den Frieden einsetzen.

QUELLE:TRT Deutsch