Türkiye, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien haben die Angriffe der Huthi-Miliz auf die saudische Hauptstadt Riad verurteilt. In einer gemeinsamen Erklärung vom Sonntag bezeichneten die Außenministerien der vier Staaten der R4-Gruppe die Angriffe als Verletzung der Souveränität und territorialen Integrität Saudi-Arabiens. Die völkerrechtswidrigen Angriffe bedrohten die Sicherheit und Stabilität des Landes sowie die Zivilbevölkerung, hieß es.
Die Bezeichnung R4-Gruppe steht für ein im Sommer 2026 formiertes diplomatisches Bündnis aus vier Kernstaaten der Region: Türkei, Ägypten. Pakistan und Saudi-Arabien. Das „R“ steht dabei für die saudische Hauptstadt Riad, wo die Gruppe koordiniert wird.
Die Staaten der R4-Gruppe bekräftigen ihre Solidarität mit Saudi-Arabien. Man werde alle „legitimen Maßnahmen“ des Königreichs zur Abwehr und Abschreckung im Rahmen der UN-Charta und des Völkerrechts unterstützen, hieß es weiter. Für sämtliche Auswirkungen der Angriffe auf den regionalen und weltweiten Frieden sei die Huthi-Miliz verantwortlich. In der Erklärung wird ein sofortiges und bedingungsloses Ende der Angriffe gefordert.
Kritik an Angriffen auf Flughafen in Riad
Die gemeinsame Erklärung bezog sich unter anderem auf die Angriffe auf den internationalen König-Khalid-Flughafen in Riad. Bei einem Raketenangriff am Samstag wurden 13 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt. Zunächst hatten die saudischen Behörden zwölf Tote gemeldet. Nach Angaben der indischen Botschaft erlag am Sonntag ein weiterer Verletzter seinen Verletzungen. Die Huthi-Miliz bekannte sich zu dem Angriff. Der Flughafen wurde anschließend geschlossen.
Am Sonntag wurde der Flughafen erneut getroffen. Nach Angaben der saudischen Behörden starb dabei ein pakistanischer Staatsangehöriger, elf weitere Menschen wurden demnach verletzt. Ein Geschoss schlug im Bereich der Inlandsterminals ein. Laut der Nachrichtenagentur AP war dies bereits der vierte Angriff auf den Flughafen innerhalb von fünf Tagen.
Huthi-Miliz hatte Gegenangriffe angekündigt
Die Huthi-Miliz hatte zuvor öffentlich erklärt, dass saudische Flughäfen sowie der gesamte Luftraum in dem Land „legitime Ziele“ seien. Sie riefen Fluggesellschaften und Reisende auf, diese Orte zu meiden. Als einzige Ausnahme nannten die Huthis die heiligen islamischen Stätten Mekka und Medina. Die Miliz rechtfertigt ihr Vorgehen als Reaktion auf die anhaltenden Luftangriffe der saudischen Militärkoalition im Jemen, die sich auch gegen Flughäfen und Infrastruktur richteten.
Die Huthi-Miliz hatte mit Raketen und Drohnen sowie einer Seeblockade ursprünglich den palästinensischen Widerstand im Kampf gegen Israel nach dem 7. Oktober 2023 unterstützt. Militärischen Beistand leisteten die Huthis auch dem Iran beim US-israelischen Angriffskrieg. Später richteten sich die Aktionen der Huthi-Miliz nach Jahren wieder gegen Saudi-Arabien, dessen Koalition die international anerkannte Regierung Jemens seit 2015 militärisch unterstützt.
Die Huthis kontrollieren etwa ein Drittel des Landes, darunter auch die Hauptstadt Sanaa. Dort leben rund 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung: bis zu 30 Millionen Menschen. Auch Israel hat wiederholt die Huthi-Miliz im Jemen angegriffen, darunter den Hafen von Hodeida.























