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Westjordanland: Israelische Siedler setzen Moschee in Brand
Landdiebstahl, körperliche Gewalt und Anschläge auf Moscheen: Übergriffe israelischer Siedler auf Palästinenser im besetzten Westjordanland werden fast täglich gemeldet. Erneut ist ein Gebetshaus Ziel eines Angriffs geworden.
Westjordanland: Israelische Siedler setzen Moschee in Brand
Michmas, Westjordanland, 14.10.2026 / Foto: Leo Correa/AP

Im besetzten Westjordanland haben israelische Siedler übereinstimmenden Berichten zufolge am Mittwochmorgen eine Moschee in Brand gesetzt. In palästinensischen und israelischen Medien veröffentlichte Aufnahmen zeigten Schäden am Eingang des Gotteshauses im Ort Michmas nördlich von Jerusalem. Das israelische Militär teilte mit, die Angelegenheit werde geprüft.

Unter anderem die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete, dass neben einem Olivenbaum auch ein angezündetes Auto vollständig niedergebrannt sei. Demnach waren in der Nacht Dutzende extremistische Siedler in das palästinensische Dorf Michmas eingedrungen. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Ein palästinensischer Anwohner berichtete der Nachrichtenagentur AFP, er habe am Mittwoch kurz nach Mitternacht das Geräusch von zersplitterndem Glas gehört und sei zu der 50 Meter entfernten Moschee geeilt. Diese habe bereits in Brand gestanden.

„Das Feuer loderte heftig und wir riefen die Feuerwehr“, berichtete Atta Kanaan. Mithilfe von Feuerlöschern gelang es demnach, den Brand einzudämmen, bevor die Flammen das gesamte Gebäude erfassten. AFP-Videoaufnahmen zeigten verbrannte Teppiche und verrußte Wände im Inneren der Moschee. Auf die Außenwände wurden Parolen auf Hebräisch gesprüht.

Die israelische Armee behauptete, nach Berichten über Vandalismus und Brandstiftung an einer Moschee seien Soldaten nach Michmas entsandt worden. Es wurde demnach offenbar eine Ermittlung eingeleitet, Verdächtige wurden zunächst nicht identifiziert.

Das zwischen Ramallah und Jerusalem gelegene Michmas grenzt an mehrere israelische Siedlungsaußenposten. Aus diesen kam es in den vergangenen Monaten mehrfach zu Übergriffen von radikalen Siedler-Mobs auf die Gemeinde. Laut Anwohner Kanaan organisierten die Bewohner mittlerweile aus Angst vor weiteren Angriffen Nachtwachen. 

Israel besetzt seit dem Sechstagekrieg 1967 unter anderem das palästinensische Westjordanland und Ostjerusalem. Heute leben dort rund 730.000 Siedler in mehr als 370 illegalen Siedlungen und Außenposten. Immer wieder kommt es zu Übergriffen auf Palästinenser durch extremistische Siedler. Sie dringen in palästinensische Dörfer ein, attackieren Bewohner, verüben Brandanschläge und zünden Felder und Olivenhaine an. Die israelische Armee schreitet meist nicht ein, sondern schützt die Angreifer oder beteiligt sich selbst an Angriffen.

Eine UN-Untersuchungskommission für Palästina kam im Juni zu dem Schluss, dass israelische Behörden und Besatzungstruppen die Siedlergewalt dulden oder unterstützen. Israelische Truppen sind demnach immer wieder an Siedlerangriffen beteiligt, bei denen Palästinenser verletzt, getötet oder vertrieben werden.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den israelischen Siedlungsbau in einer Resolution aus dem Jahr 2016 und stufte ihn als völkerrechtswidrig ein. Unter Regierungschef Benjamin Netanjahu hat Israel den illegalen Siedlungsbau im besetzten Westjordanland stark vorangetrieben. 

Seit Beginn des israelischen Vernichtungskriegs im Gazastreifen im Oktober 2023 ist die Gewalt auch im Westjordanland eskaliert. Nach Angaben des UN-Amtes für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) wurden dort seit Beginn des Gaza-Krieges mindestens 1.298 Palästinenser von israelischen Soldaten oder extremistischen israelischen Siedlern getötet.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen