Nach mehreren Angriffen am Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad bleibt der Luftverkehr dort für weitere Tage eingestellt. Der Flugstopp soll nun bis Sonntag 0.00 Uhr gelten (Ortszeit, Samstag 23.00 Uhr MESZ), wie aus einer Mitteilung an die Flugzeugführer (NOTAM) hervorgeht. Als Grund wurden „Vorsichtsmaßnahmen“ genannt.
Die saudische Behörde für zivile Luftfahrt teilte mit, es sollten bei der verlängerten Unterbrechung noch Schritte abgeschlossen werden, um die Sicherheit im Betrieb zu garantieren. Unter anderem haben die staatliche bahrainische Fluggesellschaft Gulf Air wie auch Airlines der Lufthansa Group ihre Flüge nach Riad vorübergehend ausgesetzt.
1500 Flüge in Saudi-Arabien gestrichen
Dem Flugdienst Flightradar24 zufolge kam es auch in Dammam im Osten des Landes, wo es in vergangenen Tagen ebenfalls zu Angriffen kam, wie auch in der Küstenstadt Dschidda im Westen zu starken Beeinträchtigungen im Flugverkehr. Die emiratische Nachrichtenseite „Gulf Business“ berichtete von fast 1500 Flügen, die in Saudi-Arabien im Zuge der Angriffe gestrichen worden seien.
Die Huthi-Miliz hat ihre Angriffe auf Saudi-Arabien verstärkt und greift dabei unter anderem Flughäfen und Öl-Einrichtungen an. Das Königreich meldete in den vergangenen Tagen Raketenangriffe auf den internationalen Flughafen von Riad, bei denen mindestens zwölf Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt wurden.
Die saudische Regierung bemüht sich unterdessen, ein Bild von Ruhe und Stabilität auszustrahlen. „Das Wort ‚Angst‘ existiert nicht im saudischen Wörterbuch“, sagte Energieminister Abdulasis bin Salman bei einem Energie-Kongress in Riad.
Huthi-Miliz hatte Gegenangriffe angekündigt
Die Huthi-Miliz hatte zuvor öffentlich erklärt, dass saudische Flughäfen sowie der gesamte Luftraum in dem Land „legitime Ziele“ seien. Sie riefen Fluggesellschaften und Reisende auf, diese Orte zu meiden. Als einzige Ausnahme nannten die Huthis die heiligen islamischen Stätten Mekka und Medina. Die Miliz rechtfertigt ihr Vorgehen als Reaktion auf die anhaltenden Luftangriffe der saudischen Militärkoalition im Jemen, die sich auch gegen Flughäfen und Infrastruktur richteten.
Die Huthi-Miliz hatte mit Raketen und Drohnen sowie einer Seeblockade ursprünglich den palästinensischen Widerstand im Kampf gegen Israel nach dem 7. Oktober 2023 unterstützt. Militärischen Beistand leisteten die Huthis auch dem Iran beim US-israelischen Angriffskrieg. Später richteten sich die Aktionen der Huthi-Miliz nach Jahren wieder gegen Saudi-Arabien, dessen Koalition die international anerkannte Regierung Jemens seit 2015 militärisch unterstützt.
Die Huthis kontrollieren etwa ein Drittel des Landes, darunter auch die Hauptstadt Sanaa. Dort leben rund 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung: bis zu 30 Millionen Menschen. Auch Israel hat wiederholt die Huthi-Miliz im Jemen angegriffen, darunter den Hafen von Hodeida.























