Die Vollversammlung der UN hat Deutschland zum sechsten Mal als Mitglied des Menschenrechtsrates gewählt. Die Bundesrepublik wird somit Anfang 2027 für zwei Jahre in das oberste UN-Gremium zum Schutz der Menschenrechte einziehen. Deutschland erhielt bei der Wahl am Dienstag 163 Stimmen.
An der Abstimmung nahmen 181 der 193 UN-Mitglieder teil. Als zweiter westeuropäischer Staat wurde Irland mit 165 Stimmen für eine zweijährige Periode in den 47 Mitglieder umfassenden Menschenrechtsrat gewählt. Zum Vergleich: Die meisten Stimmen aller 15 neu gewählten Länder weltweit erhielt Sambia mit 177 Stimmen.
Deutschland und Irland hatten für die zwei frei werdenden Sitze innerhalb der UN-Regionalgruppe „Westeuropäische und andere Staaten“ kandidiert. Somit war die Wahl Deutschlands nahezu sicher.
Eher schwaches Ergebnis
Im Vergleich zu einigen anderen der neugewählten Mitglieder fiel das Resultat Deutschlands eher schwach aus. Die Bundesregierung konnte jedoch nach der Niederlage im Rennen um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat im Juni nun einen Erfolg verbuchen.
Als Mitglied des Rates will Deutschland „gerade in schwierigen Zeiten zusätzliche Verantwortung in den Vereinten Nationen übernehmen“, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Zudem plane die Bundesregierung, den Schutz der Religions- und Weltanschauungsfreiheit in den Vordergrund zu rücken.
Seit der Gründung des UN-Menschenrechtsrates 2006 war Deutschland fünfmal stimmberechtigtes Mitglied. Mitte September war Außenminister Johann Wadephul eigens nach Genf gereist, um für die Kandidatur zu werben. Dort traf er auch Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des UN-Menschenrechtsrats.
Deutschland büßt national wie international wegen seiner bedingungslosen Unterstützung für Israel deutlich an Ansehen bei den UN ein. Kritiker werfen der Bundesregierung vor, Israel auch während des Gaza-Krieges, der von vielen Experten und Menschenrechtsorganisationen als Genozid eingestuft wird, politisch unterstützt und mit Waffen beliefert zu haben. Allein im ersten Halbjahr 2026 genehmigte die Bundesregierung Waffenexporte nach Israel im Wert von rund 800 Millionen Euro.
Anfang Juni war Deutschland mit seiner Kandidatur für den UN-Sicherheitsrat gescheitert. Bei der geheimen Abstimmung in der UN-Vollversammlung holte Portugal 134 Stimmen, auf Österreich entfielen 131 Stimmen. Deutschland landete mit nur 104 Stimmen abgeschlagen auf dem dritten Platz und ging damit leer aus.




























