Israel hat Angaben von Aktivisten zufolge binnen weniger Stunden mehr als 60 Angriffe auf Orte in Syrien ausgeführt. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von „61 Angriffen in weniger als fünf Stunden“ am Samstagabend, unter anderem auf Tunnel, in denen sich Lager für ballistische Raketen befanden. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten, ihre Angaben lassen sich unabhängig kaum überprüfen.
Seit dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Baschar al-Assad am vergangenen Sonntag hat Israel bereits hunderte Angriffe gegen militärische Einrichtungen in dem Nachbarland ausgeführt. Die Beobachtungsstelle sprach von insgesamt 446 Luftangriffen.
Israel hatte zudem nach dem Umsturz in Syrien Truppen in Gebiete jenseits der Waffenstillstandslinie auf den Golanhöhen verlegt. Diese rückten entgegen dem Völkerrecht in eine sogenannte Pufferzone ein, die gemäß dem Waffenstillstandsabkommen von 1974 unter UN-Überwachung steht.
Das Vorgehen Israels in Syrien steht international in der Kritik. Ankara rief Israel wiederholt dazu auf, alle Angriffe auf syrischem Staatsgebiet einzustellen und seine Truppen zurückzuziehen.