TÜRKİYE
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Fidan warnt vor globaler Sicherheitsgefahr durch Israel
Regionale Konflikte werden zu globalen Risiken. Außenminister Fidan sieht Israel als direkte Bedrohung für die internationale Sicherheit. Er fordert eine gemeinsame Antwort der internationalen Gemeinschaft.
Fidan warnt vor globaler Sicherheitsgefahr durch Israel
Der türkische Außenminister Hakan Fidan / Foto: AA / AA

Der türkische Außenminister Hakan Fidan hat Israel als „direkte Bedrohung für die globale Sicherheit“ bezeichnet. Die zunehmende Eskalation regionaler Konflikte habe mittlerweile weltweite Auswirkungen und erfordere eine gemeinsame internationale Reaktion, erklärte Fidan bei einem Vortrag zum Thema der globalen Neuordnung an der University of Oxford am Freitag.

Die Welt befinde sich nicht nur in einer geopolitischen Übergangsphase, sondern in einem tiefgreifenden strukturellen Wandel. „Was wir heute erleben, ist kein Übergang, sondern eine Transformation“, fügte er hinzu. Staaten könnten es sich nicht länger leisten, ihre strategische Handlungsfähigkeit auszulagern. „Länder können ihre Sicherheit, ihre Diplomatie oder ihre strategische Vorstellungskraft nicht mehr an andere delegieren“, betonte der türkische Spitzendiplomat.

„Unterschied zwischen regionalen und globalen Krisen verschwimmt“

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs verwies Fidan auf die globale Dimension regionaler Auseinandersetzungen. „Die Unterscheidung zwischen regionalen und globalen Krisen ist faktisch verschwunden“, erklärte er.

Die Instabilität im Nahen Osten wirke sich inzwischen direkt auf globale Sicherheit, wirtschaftliche Stabilität und Lieferketten aus. Der Krieg habe „der globalen Prosperität, Sicherheit und Stabilität schweren Schaden zugefügt“, fügte er hinzu. Israels Vorgehen habe „die regionalen Grenzen überschritten“ und stelle nun eine direkte Gefahr für die internationale Sicherheit dar.

Dies erfordere eine „kollektive Antwort der internationalen Gemeinschaft“, betonte Fidan. Kein einzelner Staat könne die Folgen solcher Krisen allein bewältigen.

Türkiye setzt auf regionale Lösungen

Fidan hob zugleich die wachsende Bedeutung sogenannter Mittelmächte hervor, die über diplomatische Reichweite, geografischen Einfluss und politischen Gestaltungswillen verfügten. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Rolle von Türkiye als NATO-Mitglied, EU-Beitrittskandidat und regionaler Vermittler.

Als Beispiele nannte er unter anderem die Schwarzmeer-Getreideinitiative sowie diplomatische Bemühungen am Horn von Afrika. Ankara leiste damit einen Beitrag zur internationalen Stabilität.

Zudem sprach sich Fidan für eine Reform globaler Institutionen und eine neue Ordnung im Nahen Osten aus, die stärker auf Kooperation statt Dominanz setze. Die Region brauche „regionale Lösungen für regionale Probleme durch regionale Akteure“, sagte er. Bisherige Sicherheitsmodelle seien nicht mehr tragfähig, so Fidan.

Die Aussagen spiegeln die außenpolitische Linie Ankaras wider, sich in einer zunehmend fragmentierten Weltordnung als stabilisierender Akteur und diplomatische Schlüsselmacht zu positionieren.

QUELLE:TRT Deutsch