Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat die Abschaffung des Vetorechts der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats erneut gefordert. Eine Weltorganisation, in der die Stimmen von mehr als 190 Staaten durch das Veto weniger Länder eingeschränkt würden, könne ihrem Auftrag nicht gerecht werden, sagte Erdoğan am Mittwoch bei einem Gespräch mit Journalisten im Türkevi in New York.
Künftig müssten alle Mitgliedstaaten an Entscheidungen beteiligt werden, erklärte Erdoğan. Er sprach sich zudem dafür aus, die UN-Generalversammlung zu stärken. Auch Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika müssten angemessen vertreten sein.
Mit Blick auf Gaza warf Erdoğan Israel vor, durch anhaltende Angriffe den Frieden zu gefährden. Die USA und die internationale Gemeinschaft müssten dafür sorgen, dass Israel den Gaza-Plan einhalte. Erforderlich seien zudem Schritte, die neue Kämpfe verhinderten, den Wiederaufbau beschleunigten und den Palästinensern eine politische Zukunft sicherten.
Eine Öffnung der Straße von Hormus sei für eine Lösung im Dialog entscheidend, sagte Erdoğan weiter. Die Spannungen an der Meerenge wirkten sich auf den weltweiten Handel und die Energiemärkte aus. Ankara dränge daher auf eine rasche Rückkehr an den Verhandlungstisch.
Auch die Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer sprach Erdoğan an. Türkiye verstärke seine Bemühungen um eine Wiederaufnahme des Getreidekorridors. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj habe bei einem Gespräch positiv darauf reagiert.
Zur türkisch-amerikanischen Zusammenarbeit sagte Erdoğan, Ankara erwarte konkrete Schritte für eine Rückkehr zum F-35-Programm. Zugleich werde Türkiye seine eigene Rüstungsindustrie weiter ausbauen. Griechenland bezeichnete er als Nachbarn und NATO-Verbündeten. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien zu wichtig, um sie für Wahlkämpfe zu nutzen.




















