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Nach Angriff auf Memminger Moschee: DITIB warnt vor weiteren Attacken
Anfang Mai war eine Moschee in Memmingen mit Schweinekopf und Tierblut geschändet worden. Der Generalsekretär der DITIB-Gemeinde sieht eine deutlich steigende Zahl von Übergriffen und vermisst Solidarität.
Nach Angriff auf Memminger Moschee: DITIB warnt vor weiteren Attacken
Foto: Mesut Zeyrek/AA (Archiv)

Nach der Schändung einer Moschee in Memmingen am 1. Mai warnt der Moscheeverband DITIB vor weiteren Attacken. Es gebe unter Muslimen in Deutschland die Befürchtung, dass noch Schlimmeres passieren könne, dass Menschen zu Schaden kämen, sagte DITIB-Generalsekretär Eyüp Kalyon dem Berliner „Tagesspiegel“ (Mittwoch). Seit Beginn des israelischen Vernichtungskrieges in Gaza im Oktober 2023 sei die Zahl der Anfeindungen und Übergriffe massiv gestiegen.

Am frühen Morgen des 1. Mai hatten Unbekannte eine Moschee der DITIB-Gemeinde in Memmingen verschandelt. Mutmaßlich mit Schweineblut hatten sie eine Mauer vor der Moschee, Teile der Fassade und des Geländes beschmiert. Zudem hatten sie einen Schweinekopf auf das Symbol des Halbmondes gespießt. Schweine gelten im Islam als unrein und sind daher eine Provokation für Muslime. 

Die Generalstaatsanwaltschaft München und der Staatsschutz der Kriminalpolizei Memmingen nahmen Ermittlungen wegen Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft und gemeinschädlicher Sachbeschädigung auf. Aufgrund der Tatumstände sei von einer islamfeindlichen Motivation auszugehen, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur.

Vorwürfe gegen die Politik

Übergriffe wie in Memmingen seien ein Signal: „Ihr gehört hier nicht dazu“, sagte der DITIB-Generalsekretär. Er beklagte mangelnde Solidarität und „dass die Politik und staatliche Akteure das Phänomen entweder ignorieren oder zumindest relativieren“. Die Politik müsse die Sorgen der Muslime gleichermaßen wahrnehmen wie bei anderen Glaubensgemeinschaften.

Wenn es Solidarität gebe, dann meistens nur lokal, sagte Kalyon. Am Abend nach dem Angriff hatten sich mehrere hundert Memminger Bürger zu einer Solidaritätsaktion zusammengefunden. Oberbürgermeister Jan Rothenbacher (SPD) nannte die Tat eine „ungeheuerliche Respektlosigkeit“, der evangelische Dekan Christoph Schieder eine „gezielte Attacke“ und „Ausdruck einer islamfeindlichen Haltung“. Auch der CSU-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, bezeichnete die Tat als „absolut inakzeptabel“.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen