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G7 drängt auf Öffnung der Straße von Hormus
Die G7-Finanzminister fordern die Öffnung der Straße von Hormus. Ihr Ziel: eine drohende Ernährungskrise in besonders betroffenen Ländern abwenden.
G7 drängt auf Öffnung der Straße von Hormus
G7 drängt auf Öffnung der Straße von Hormus / Foto: AFP

Die Finanzminister der führenden westlichen Industriestaaten (G7) pochen auf eine Öffnung der Straße von Hormus und wollen die von der Blockade besonders betroffenen Länder vor einer Ernährungskrise schützen. „Wir fordern die Wiederöffnung der Straße von Hormus. Wir fordern eine dauerhafte Lösung des Konflikts“, sagte Frankreichs Finanzminister Roland Lescure zum Abschluss des G7-Finanzministertreffens in Paris.

Der anhaltende US-israelische Angriffskrieg gegen den Iran bremse Wachstum, schüre Inflation und setze die Lieferketten für Energie, Nahrungsmittel und Düngemittel unter Druck, hieß es in einer Abschlusserklärung. „Wir werden die Auswirkungen gemeinsam mit internationalen Organisationen genau beobachten. Aber ich möchte klarstellen: Die Straße von Hormus muss offen und frei von Gebühren sein“, sagte der französische Minister.

Sorge vor Nahrungsmittelkrise

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank seien gebeten worden, ihre Unterstützung für die von der Krise betroffenen Länder auszuweiten. „Wenn wir nichts unternehmen, könnten 50 Millionen Menschen sehr bald von einer Nahrungsmittelkrise betroffen sein. Wir müssen handeln“, sagte Lescure. Die Inflation bei den Preisen für Düngemitteln und Lebensmitteln führe dazu, dass es für die Bevölkerung besonders betroffener Länder in den kommenden Wochen und Monaten schwierig werde, Lebensmittel zu kaufen oder zu finden. „Alle sind sich einig, dass die oberste Priorität darin besteht, die Handelsströme wieder zu normalisieren.“

„Wir sind uns alle einig, dass wir angesichts der aktuellen Lage mit allen Mitteln versuchen sollten, eine Nahrungsmittelkrise zu vermeiden“, sagte Lescure. Ein entsprechender Aktionsplan solle bis zum G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs Mitte Juni im französischen Evian vorgelegt werden. Dieser lege ein besonderes Augenmerk auf die Versorgung mit Düngemitteln, um die Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf die landwirtschaftliche Produktion und die Ernährungssicherheit abzumildern.

Auch die britische Außenministerin Yvette Cooper warnte vor einer erheblichen Lebensmittelkrise. „Die Welt riskiert, schlafwandelnd in eine globale Nahrungsmittelkrise zu schlittern“, sagte Cooper laut Nachrichtenagentur PA bei einem Kongress in London.

Die globale Gemeinschaft könne es nicht riskieren, dass Millionen von Menschen durch Hunger bedroht seien, „weil der Iran eine internationale Schifffahrtsroute blockiert“, warnte die Außenministerin. Der weltweite Handel etwa mit Düngemitteln und Heizöl sei weitgehend zum Erliegen gekommen, „der Globale Süden bezahlt den höchsten Preis“.

Dies könne sich erheblich auf Ernteerträge und dadurch die Preise von Lebensmitteln auswirken, so Cooper. „Wir müssen den Risiken zuvorkommen und dürfen nicht abwarten, bis sich das Leid vor unseren Augen entfaltet.“

Die „Gruppe der Sieben“ (G7) ist eine informelle Allianz führender Industrienationen. Die Mitglieder sind Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA. Auch die Zentralbanken der Mitgliedstaaten waren bei dem Treffen vertreten. Frankreich hat im laufenden Jahr den G7-Vorsitz.

Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Teheran reagierte mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Das iranische Militär sperrte zudem die für die Öl- und Flüssiggastransporte wichtige Straße von Hormus für die USA, Israel und ihre Verbündeten – der Ölpreis stieg dadurch steil an. Derzeit blockieren die USA ihrerseits iranische Häfen.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen