Die Vereinten Nationen haben Israel aufgerufen, Maßnahmen zur Verhinderung eines Völkermords im Gazastreifen zu ergreifen. Israels Vernichtungskrieg in dem Palästinensergebiet seit Oktober 2023 beinhalte „grobe Verstöße“ gegen das Völkerrecht, erklärte das UN-Menschenrechtsbüro in einem am Montag veröffentlichten Bericht. In vielen Fällen seien „Kriegsverbrechen und andere Gräueltaten“ begangen worden.
Israel müsse „mit sofortiger Wirkung sicherstellen, dass sein Militär keine Völkermordhandlungen begeht“, forderte UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk in dem Bericht. Zudem sollten Maßnahmen ergriffen werden, um „die Anstiftung zum Völkermord zu verhindern und zu bestrafen“. Israel weist den Vorwurf eines Völkermords zurück. Viele Experten und Menschenrechtsorganisationen sehen aber den Tatbestand des Genozids erfüllt.
Nach zwei Kriegsjahren trat im Oktober 2025 eine maßgeblich von den USA vermittelte Waffenruhe in Kraft. Israel und die Widerstandsorganisation Hamas werfen sich indes gegenseitig Verstöße gegen das Abkommen vor. Die humanitäre Lage in dem Küstengebiet ist Hilfsorganisationen zufolge weiterhin äußerst prekär.
Der UN-Bericht untersuchte Daten aus dem Zeitraum vom 7. Oktober 2023 bis Mai 2025. Der Schwerpunkt des Berichts liegt auf Israels Vernichtungskrieg im Gazastreifen: Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 72.760 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 172.664 weitere. Diese Zahlen wurden von der UNO als realistisch eingeschätzt. Ein Großteil dieser Tötungen sei „rechtswidrig“, schlussfolgerte der UN-Bericht.
Israel habe routinemäßig und wiederholt „zivile oder geschützte Objekte, darunter Gesundheits- und medizinische Einrichtungen“ sowie Journalisten, humanitäre Helfer und Polizisten angegriffen, heißt es in dem Bericht weiter. Auch in dem von Israel besetzten Westjordanland sei „unverhältnismäßige Gewalt“ angewendet worden, die „zu hunderten rechtswidrigen Tötungen“ geführt habe. Das israelische Vorgehen in den Palästinensergebieten habe massenhafte Vertreibungen und „ethnische Säuberungen“ zur Folge gehabt.
Alle in dem Bericht aufgeführten Vorwürfe müssten unparteiisch von Justizbehörden aufgearbeitet und geahndet werden, forderte das UN-Menschenrechtsbüro.























