Deutschland und Türkiye wollen ihre Zusammenarbeit in Sicherheits-, Wirtschafts- und Europafragen weiter ausbauen. Bei einem Treffen in Berlin am Montag betonten die Außenminister Johann Wadephul und Hakan Fidan die Bedeutung diplomatischer Lösungen in internationalen Konflikten sowie einer engeren strategischen Partnerschaft zwischen Ankara und der EU.
Vor dem Hintergrund des völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran sieht der türkische Außenminister weiterhin Chancen für eine diplomatische Lösung zwischen Washington und Teheran. Es gebe keinen Grund, warum beide Parteien keine Verhandlungslösung erreichen könnten, sagte Fidan.
Sowohl die USA als auch der Iran seien sich der Risiken einer weiteren Eskalation bewusst. Dialog bleibe daher der einzige gangbare Weg. Türkiye intensiviere derzeit seine diplomatischen Bemühungen, um eine Ausweitung des Konflikts zu verhindern, fügte Fidan hinzu.
Fidan erklärte zudem, Ankara unterstütze aktuell insbesondere die Vermittlungsbemühungen Pakistans und wolle dazu beitragen, die bestehende Waffenruhe aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig halte Türkiye den diplomatischen Kontakt zu allen beteiligten Akteuren aufrecht.
„Verhandlungen und Dialog sind die einzigen nachhaltigen Lösungen“, sagte Fidan. Dies gelte nicht nur für den Konflikt zwischen den USA und dem Iran, sondern ebenso für die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen sowie für Konflikte in Afrika. Auch mit Blick auf die Straße von Hormus sei Stabilität weiterhin auf diplomatischem Wege erreichbar, betonte der türkische Spitzendiplomat
Deutschland lobt Vermittlerrolle von Türkiye
Bundesaußenminister Wadephul hob die strategische Bedeutung von Türkiye in internationalen Krisen hervor. Ankara verfüge über erheblichen politischen und wirtschaftlichen Einfluss in mehreren Konfliktregionen, sagte Wadephul. „Türkiye hat das Potenzial, erheblichen Einfluss auf diese Krisengebiete auszuüben – nicht nur wegen seiner geografischen Nähe, sondern auch aufgrund seiner enormen politischen und wirtschaftlichen Bedeutung“, fügte er hinzu.
Zugleich sprach sich Wadephul für eine engere Zusammenarbeit zwischen der EU und Türkiye aus. Berlin wolle Ankara stärker in die sicherheits- und verteidigungspolitischen Strukturen Europas einbinden.
„Wenn Türkiye der Europäischen Union beitreten möchte, wird es in Deutschland einen freundlichen und verlässlichen Partner finden“, sagte Wadephul. Voraussetzung bleibe jedoch die Erfüllung der europäischen Beitrittskriterien.
Fidan bekräftigte zudem die Forderung Ankaras, den EU-Beitrittsprozess von Türkiye „nicht politisch, sondern sachlich“ zu bewerten. Darüber hinaus strebten beide Länder an, das bilaterale Handelsvolumen auf 60 Milliarden Dollar zu erhöhen.
Die beiden Außenminister kamen in Berlin zur dritten Sitzung des deutsch-türkischen Strategischen Dialogmechanismus zusammen. Ziel des Formats ist eine Vertiefung der Zusammenarbeit beider NATO-Staaten in den Bereichen Sicherheit, Diplomatie und Wirtschaft.
























