Mit einer rund 900 Millionen Euro schweren Initiative wollen die EU und internationale Partner Sofortmaßnahmen für den Wiederaufbau im Gazastreifen unterstützen. Zum Start des Projekts lud die EU-Kommission am Montag gemeinsam mit der Palästinensischen Behörde zu einem Treffen der „Palestine Donor Group“ in Brüssel ein. Deutschland sicherte neue Mittel in Höhe von 66,5 Millionen Euro zu.
Als Teil der EU-Initiative für „Early Recovery“ werde das Bundesentwicklungsministerium seine Unterstützung ausweiten, erklärte Ressortchefin Reem Alabali Radovan (SPD). Als Beispiel nannte sie, dass Wasserinfrastruktur wieder funktionsfähig gemacht und Bäckereien wieder zum Laufen gebracht würden. Die Unterstützung erfolge über UN-Partner und Nichtregierungsorganisationen. Das Berliner Ministerium stelle dafür im Rahmen der EU-Initiative 66,5 Millionen Euro an neuen Mitteln zur Verfügung. Hinzu kämen knapp 57 Millionen Euro aus bereits laufenden Projekten.
„Leben erträglicher machen“
Die Lebensbedingungen in Gaza seien weiterhin katastrophal, betonte das Ministerium mit Blick auf die Auswirkungen des israelischen Vernichtungskriegs. Immer noch lebten 90 Prozent der gut zwei Millionen Menschen als Binnenvertriebene dicht an dicht auf einem kleinen Teil des Gazastreifens. Wasserknappheit, mangelhafte Abwasserversorgung und fehlendes Abfallmanagement leisteten der Ausbreitung von Krankheiten Vorschub. Auch die Sicherheitslage bleibe fragil, hieß es.
„Die katastrophale Situation in Gaza muss wieder stärker in den politischen Fokus rücken“, erklärte Alabali Radovan. „Als europäische Initiative wollen wir schnellstmöglich Sofortmaßnahmen auf den Weg bringen, um das Leben für die Menschen in Gaza erträglicher zu machen.“ Die Initiative sei zugleich ein Appell an den Friedensrat unter US-Präsident Donald Trump, die zugesagten Milliarden bereitzustellen und den Wiederaufbau Gazas in die Tat umzusetzen.
Israel tötete mehr als 1100 Palästinenser trotz Waffenruhe
Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Viele Experten und Menschenrechtsorganisationen stufen diesen als Genozid ein.
Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden allein während der Waffenruhe mindestens 1108 Palästinenser getötet. Demnach tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 73.230 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 173.686 weitere.























