Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach einer Explosion von drei Bussen in Israel die Ausweitung der Invasion im Westjordanland angekündigt. Nach Sicherheitsberatungen habe Netanjahu die Streitkräfte angewiesen, einen „intensiven Einsatz“ in dem besetzten Gebiet durchzuführen, teilte sein Büro in der Nacht mit. In einem Vorort von Tel Aviv waren laut Medienangaben drei geparkte Busse explodiert, nach Angaben der Polizei wurde niemand verletzt.
Die Ermittler gehen von einem mutmaßlichen Anschlag aus. Nach Angaben des Büros von Netanjahu handelte es sich um den Versuch einer Reihe von Bombenanschlägen auf Busse. Netanjahu wies die Polizei und Sicherheitsbehörde an, die Präventivmaßnahmen gegen weitere Anschläge in israelischen Städten zu verstärken, hieß es. Laut israelischen Medien waren die Busse zum Zeitpunkt der Explosionen leer. Zwei weitere Sprengsätze wurden demnach entschärft.
Israelische Gewalt im besetzten Westjordanland
Israel hatte am 21. Januar in Dschenin, das als Hochburg des palästinensischen Widerstands gilt, die größte Invasion seit langem begonnen. Dabei wurden örtlichen Angaben zufolge auch Zivilisten getötet. Auch in dem Ort Tulkarem ist die israelische Armee derzeit im Einsatz. Seit Jahresbeginn wurden laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium 60 Palästinenser im nördlichen Westjordanland getötet.
In dem seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland hat sich die Lage seit Beginn des israelischen Vernichtungskrieges gegen den Gazastreifen deutlich verschärft. Nach Angaben palästinensischer Behörden wurden dort seit Beginn des Krieges mindestens 920 Palästinenser von israelischen Soldaten oder illegalen israelischen Siedlern getötet und etwa 7.000 weitere verletzt. Zudem nahm die israelische Armee seit dem 7. Oktober 2023 mehr als 14.300 Palästinenser fest.
Im Westjordanland leben rund drei Millionen Palästinenser sowie etwa 700.000 Israelis in Siedlungen, die von der UNO als völkerrechtswidrig eingestuft werden. Immer wieder kommt es dort zu Übergriffen auf Palästinenser durch extremistische Siedler und israelische Soldaten. Der UN-Sicherheitsrat hat diese Siedlungen 2016 für völkerrechtswidrig erklärt und Israel aufgefordert, alle Siedlungsaktivitäten einzustellen.