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Waffenruhe im Iran-Krieg wankt: Teheran meldet Schließung der Straße von Hormus
Nach neuen US-Angriffen und iranischen Vergeltungsschlägen verschärft sich die Lage am Golf erneut. Teheran erklärt die Straße von Hormus für „komplett“ geschlossen. Washington behauptet etwas anderes.
Waffenruhe im Iran-Krieg wankt: Teheran meldet Schließung der Straße von Hormus
Waffenruhe im Iran-Krieg wankt: Teheran meldet Schließung der Straße von Hormus / Foto: DPA

Die Waffenruhe im Iran wird immer brüchiger: Nachdem sich beide Seiten in der Nacht zum Donnerstag erneut angegriffen haben, drohte US-Präsident Donald Trump einem Fernsehbericht zufolge Teheran in martialischen Worten mit weiteren heftigen Bombardierungen. Die Führung in Teheran erklärte derweil die „komplette“ Schließung der Straße von Hormus, dem widersprach die US-Armee.

Die USA hätten den Iran mit 49 Tomahawk-Marschflugkörpern angegriffen, sagte Trump nach Angaben eines Reporters des Fernsehsenders Fox News. Einige der ins Visier genommenen Orte lagen demnach nur rund 60 Kilometer von Teheran entfernt.

Für den Fall, dass der Iran den US-Bedingungen für ein Ende des Krieges nicht nachkomme, „werden wir morgen Nacht den Sch... aus ihnen bomben“, drohte Trump dem Fox-News-Reporter zufolge in einem Gespräch. Zuvor hatte er im Weißen Haus schon erklärt: „Wir standen kurz vor einem Abkommen, aber sie halten uns hin, sie halten uns weiterhin zum Narren.“

Das für die Golfregion zuständige US-Regionalkommando Centcom bezeichnete die nächtlichen Einsätze als „Selbstverteidigung“. Es handele sich um „eine Reaktion auf die ungerechtfertigte und anhaltende Aggression des Iran“.

Nach einigen Stunden verkündete Centcom dann das Ende der Angriffe. Diese hätten Zielen gegolten, „die eine Bedrohung für US-Streitkräfte und internationale Handelsschiffe in den Gewässern der Region darstellten“, hieß es. Iranische Medien berichteten von Explosionen im Süden des Landes in der Nähe der Straße von Hormus.

Iran: Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait 

Als Reaktion auf die US-Angriffe führten die iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait durch. „Während zweier Angriffswellen wurden achtzehn wichtige Ziele der US-Armee angegriffen“, hieß es in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur Irna verbreiteten Erklärung. Die beiden angegriffenen Länder aktivierten nach Armeeangaben die Luftabwehr. Kuwait schloss am Morgen vorerst seinen Luftraum. Ankommende Flüge würden zu anderen Airports umgeleitet, erklärte die Luftfahrtbehörde.

Später meldeten die Revolutionsgarde auch noch einen Raketenschlag auf ein US-Kommandozentrum in Jordanien. Zudem verkündeten sie, dass die Straße von Hormus wegen der neuen US-Angriffe nun „komplett“ geschlossen sei. „Jeglicher Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wird angegriffen“, warnten die Revolutionsgarden laut iranischen Medienberichten. Die für den weltweiten Schiffsverkehr wichtige Wasserstraße sei „komplett und für alle Schiffstypen geschlossen“. Zwei Schiffen sei die Durchfahrt durch die Meerenge bereits verwehrt worden.

Straße von Hormus laut US-Armee weiterhin offen

Die US-Streitkräfte wiesen die Angaben aus dem Iran zurück, diese seien angeblich „falsch“. Die Wahrheit sei vielmehr: „Handelsschiffe fahren heute Nacht weiter in die Straße von Hormus hinein und aus ihr heraus“,behauptete Centcom im Onlinedienst X.

Es war bereits die zweite Nacht in Folge mit gegenseitigen Angriffen. Nach dem Abschuss eines ihrer Hubschrauber hatte die US-Armee in der Nacht zum Mittwoch Angriffe auf den Iran geflogen. Auch danach führten die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben weitere Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte in der Golfregion durch.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran begonnen. Der Iran reagierte mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Seit dem 8. April gilt in dem Krieg offiziell eine Waffenruhe, die aber fragil ist. Diplomatische Bemühungen zur dauerhaften Beilegung der Kämpfe führten bisher zu keiner Einigung.

Die Straße von Hormus spielt dabei eine entscheidende Rolle: Durch die Meerenge wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten gehandelten Erdöls und Flüssigerdgas (LNG) transportiert wird. Nach den neuen gegenseitigen Angriffen in der Nacht zum Donnerstag und der Erklärung des Irans zur Straße von Hormus stiegen die Ölpreise erneut.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen