Aufgrund internationaler Mittelkürzungen kann das Welternährungsprogramm (WFP) nur noch rund die Hälfte der Menschen im Gazastreifen unterstützen. Das betreffe kurz vor Winteranfang rund eine halbe Million Bedürftige, teilte die UN-Organisation am Montag in Rom mit.
Bislang habe das WFP 1,6 Millionen Kinder, Frauen und Männer mit Lebensmittelpaketen, Mehl, Brot, warmen Mahlzeiten und Schulspeisen versorgt. Fortan könne das WFP nur noch 1,1 Millionen Menschen helfen. Das WFP habe zudem die Lebensmittelrationen um die Hälfte gekürzt. Familien, die Nahrungsmittelhilfe erhalten, bekommen den Angaben nach nur noch ein Lebensmittelpaket statt zwei und einen kleineren Sack Weizenmehl. Insgesamt leben im Gazastreifen etwas über zwei Millionen Menschen, die fast alle Hilfe brauchen.
Mahlzeiten und Bargeldhilfe reduziert
Die Zahl der vom WFP bereitgestellten warmen Mahlzeiten sei von 250.000 auf 150.000 pro Tag reduziert worden. Familien, die in schwer erreichbaren Gebieten leben, darunter auch in der Nähe der „gelben Linie“, erhalten laut WFP ab sofort jeden zweiten Tag statt täglich eine warme Mahlzeit. Ebenso habe das WFP den Wert der Bargeldhilfe für 75.000 Familien gekürzt. Die „gelbe Linie“ markiert seit Inkrafttreten der am 10. Oktober 2025 vereinbarten Waffenruhe den östlichen Teil des Gazastreifens, der entgegen dem US-Friedensplan weiterhin vollständig von der israelischen Armee belagert wird.
Die USA, Deutschland und andere wohlhabende Länder hatten ihre Zuwendungen für internationale humanitäre Hilfe teilweise drastisch eingeschränkt. Das WFP braucht nach eigenen Angaben für die Hilfe im Gazastreifen und dem Westjordanland rund 450 Millionen US-Dollar für die kommenden sechs Monate. Doch für das gesamte 2026 hat das Programm einem Sprecher zufolge bisher lediglich 40 Prozent des Bedarfs erhalten. Zudem blockiert Israel weitgehend die Hilfe für den Gazastreifen, was die Unterstützung der Bevölkerung durch die Hilfsorganisationen weiter erschwert.
Israels Vernichtungskrieg in Gaza
Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden während der Waffenruhe mindestens 1.517 Palästinenser getötet. Demnach tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 74.470 Menschen in Gaza und verletzte rund 175.500 weitere.























