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Hegseth vergleicht Medien mit Feinden Jesu – Papst reagiert
US-Verteidigungsminister Hegseth greift die Presse mit drastischen Worten an und zieht religiöse Vergleiche. Der Pontifex warnt vor der Instrumentalisierung von Religion für politische Zwecke.
Hegseth vergleicht Medien mit Feinden Jesu – Papst reagiert
Foto: Nathan Howard/REUTERS

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth zieht Vergleiche zwischen den Feinden des christlichen Heilsbringers Jesus und kritischen Journalisten. Bei einer Pressekonferenz im Pentagon zum US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran verglich er Journalisten am Donnerstag mit den Pharisäern, den jüdischen Widersachern Jesu Christi. Wie diese trachteten die Medien danach, ihn zu zerstören, sagte Hegseth. Er beziehe sich dabei auf die „etablierte, Trump hassende Presse“. Deren verhärtete Herzen seien nur darauf ausgerichtet, alles Negative zu suchen und gute Taten anzufechten.

Hegseth reagierte damit auf die aus seiner Sicht negative Berichterstattung über den Krieg. Die Äußerungen fallen in eine Zeit wachsender Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und Papst Leo. Der erste in den USA geborene Pontifex ist ein Kritiker des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen den Iran. Weniger als eine Stunde nach der Pressekonferenz schrieb der aus Chicago stammende Papst auf der Plattform X: „Wehe denen, die die Religion und den Namen Gottes für ihre eigenen militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke manipulieren und das Heilige in Dunkelheit und Schmutz ziehen.“

Der Streit hatte sich in dieser Woche verschärft, nachdem Trump in den sozialen Medien umstrittene Bilder verbreitet hatte, die ihn in der Umarmung von Jesus oder selbst als jesusähnliche Figur zeigten. Hegseth und Trump nutzen im Zusammenhang mit dem Krieg zunehmend christliche Rhetorik. So bezeichneten beide die Rettung eines im Iran abgeschossenen US-Piloten am Ostersonntag als Wunder. Hegseth hatte zudem im vergangenen Monat bei einem Gottesdienst dafür gebetet, dass die Truppen „überwältigende Gewalt gegen diejenigen ausüben können, die keine Gnade verdienen“.

Zwar hätten US-Regierungen in Kriegszeiten oft auf den christlichen Glauben verwiesen, die Trump-Regierung hebe sich jedoch durch ihre unmissverständliche religiöse Sprache ab, erklärte der Historiker John Fea. Hegseth führt zudem einen beispiellosen Rechtsstreit mit den Medien über die Akkreditierungsrichtlinien des Pentagons.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen