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Nach Kritik: Netanjahu gewährt Kardinal Zugang zur Grabeskirche
In Jerusalem wird der höchste katholische Vertreter an der Messe zum Palmsonntag gehindert. Es hagelt Kritik – auch aus Deutschland. Nun darf die Messe doch stattfinden, womit das für Christen wichtige Osterfest eingeläutet wird.
Nach Kritik: Netanjahu gewährt Kardinal Zugang zur Grabeskirche
Foto: Leo Correa/AP (Archiv)
vor 12 Stunden

Nach heftiger Kritik hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu angeordnet, dem höchsten Vertreter der katholischen Kirche im Heiligen Land Zugang zur Grabeskirche in Jerusalem zu gewähren. Er habe die zuständigen Behörden angewiesen, Kardinal Pierbattista Pizzaballa „uneingeschränkten und sofortigen Zugang“ zur Grabeskirche einzuräumen, schrieb Netanjahu in der Nacht zum Montag auf der Plattform X.

Pizzaballa war am Sonntag von der israelischen Polizei am Zugang zur Grabeskirche in der Altstadt von Jerusalem gehindert worden. Der Italiener habe in der Kirche die traditionelle Messe zum Palmsonntag feiern wollen, sei aber von israelischen Polizisten angehalten und zur Umkehr aufgefordert worden, hatte das Lateinische Patriarchat von Jerusalem mitgeteilt. Es bezeichnete den Vorfall als „schwerwiegenden Präzedenzfall“.

Scharfe Kritik an Vorgehen

Mehrere hochrangige Politiker hatten das Vorgehen scharf verurteilt. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte, der verhinderte Zutritt für Pizzaballa stelle eine „Beleidigung nicht nur für die Gläubigen, sondern für jede Gemeinschaft dar, die Religionsfreiheit anerkennt“.

Unions-Außenpolitiker Armin Laschet bezeichnete den Vorfall als inakzeptabel. „Dem Vertreter des Papstes zu untersagen, in der Karwoche die heiligste Stätte der Christenheit zu besuchen, bricht mit einer jahrhundertealten Tradition des freien Zugangs zur Grabeskirche“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags der Deutschen Presse-Agentur. 

Polizei berief sich auf Sicherheitsgründe

Die israelische Polizei erklärte in einer Mitteilung, dass alle heiligen Stätten in der Altstadt von Jerusalem aus Sicherheitsgründen wegen des Iran-Kriegs derzeit geschlossen seien – vor allem solche, die „nicht über standardmäßige Schutzräume verfügen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten“. 

Kardinal Pizzaballa sei aus besonderer Sorge um seine Sicherheit gebeten worden, keine Messe in der Grabeskirche abzuhalten, schrieb Netanjahu weiter. Jüngst seien nur wenige Meter von der Grabeskirche entfernt Raketenfragmente eingeschlagen. Obwohl er diese Sorge nachvollziehen könne, habe er die Behörden angewiesen, dem Kardinal die Abhaltung der Gottesdienste nach seinen Wünschen zu ermöglichen.

Mit der Messe zum Palmsonntag beginnt das Osterfest – eines der wichtigsten Feste im Christentum. Gläubige erinnern in der Karwoche an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz und feiern an Ostern seine Auferstehung von den Toten.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen