Die iranische Führung ist nach Ansicht von Kanzler Friedrich Merz dabei, die USA im Iran-Krieg zu „demütigen“. „Die Amerikaner haben offensichtlich keine Strategie“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz am Montag am Carolus-Magnus-Gymnasium im nordrhein-westfälischen Marsberg. „Ich erkenne im Augenblick nicht, welchen strategischen Exit die Amerikaner jetzt wählen, zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln – oder eben sehr geschickt nicht verhandeln.“ Da werde „eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung, vor allem durch diese sogenannten Revolutionsgarden“.
Deutsche und Europäer seien beim Beginn der Angriffe der USA und Israels auf Iran nicht gefragt worden, bekräftigte Merz. Er habe US-Präsident Donald Trump mittlerweile zweimal seine Skepsis direkt gesagt. „Wenn ich gewusst hätte, dass es fünf Wochen, sechs Wochen so weitergeht und immer schlimmer wird, dann hätte ich es ihm noch eindringlicher gesagt.“ Man wisse aus früheren Kriegen wie Afghanistan oder Irak, dass das Problem immer sei, wie man Konflikte wieder beende. Deshalb sei der US-israelische Krieg gegen den Iran unüberlegt gewesen. „Insofern hoffe ich, dass das so schnell wie möglich zu Ende geht.“ Das sehe er allerdings derzeit nicht, „weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben“.
Der Kanzler sprach von einer „ziemlich vertrackten Lage“, die Deutschland sehr viel Geld und Wirtschaftskraft koste. „Dieser Krieg gegen den Iran hat unmittelbare Auswirkungen auf unsere Wirtschaftsleistung und deswegen muss er so schnell wie möglich beendet werden“, sagte er. Deutschland und die Europäer hätten Hilfe für die Zeit nach dem Ende des Iran-Krieges angeboten.
US-israelischer Angriffskrieg gegen den Iran
Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.
Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 3.375 Menschen im Iran. Mehr als 26.500 Menschen wurden demnach verletzt.
Der Iran reagierte mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 193 Tote und Hunderte Verletzte.
Die USA und der Iran hatten sich Anfang des Monats auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Anschließend verlängerte US-Präsident Trump die Feuerpause kurz vor ihrem Ablauf für unbestimmte Zeit.













