Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran kommen nicht voran. US-Präsident Donald Trump sagte eine zuvor angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan am Samstag kurzfristig ab – und das zum zweiten Mal binnen einer Woche. Trump begründete dies unter anderem mit einem aus seiner Sicht inakzeptablen Vorschlag des Irans.
Teheran hatte bereits zuvor signalisiert, nicht an direkten Verhandlungen mit der US-Seite teilnehmen zu wollen. Außenminister Abbas Araghtschi reiste zwar nach Pakistan, nach eigener Darstellung jedoch nur, um die pakistanischen Vermittler zu treffen. Der Besuch in Islamabad sei „sehr fruchtbar“ gewesen, schrieb Araghtschi anschließend auf der Plattform X. Er habe seine Ideen für eine dauerhafte Beilegung des Krieges übermittelt. In Richtung USA sagte er: „Es bleibt abzuwarten, ob die USA es mit der Diplomatie wirklich ernst meinen.“
Wann oder ob eine zweite Verhandlungsrunde stattfinden soll, ist unklar. Trump erklärte mit Blick auf die iranische Führung, es gebe „enorme interne Streitigkeiten und Verwirrung“. Niemand wisse, wer das Sagen habe, „nicht einmal sie selbst“.
Ursprünglich war geplant gewesen, dass der US-Sondergesandte Steve Witkoff gemeinsam mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zu Gesprächen nach Islamabad reisen sollte. Die Iraner hätten darum gebeten, persönlich zu verhandeln, hatte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, noch am Freitag mitgeteilt – was aus Teheran umgehend dementiert wurde.
Keine Drohungen, keine neuen Fristen
Das vorgelegte iranische Papier sei unzureichend gewesen, behauptete Trump weiter. „Interessanterweise erhielten wir, sobald ich ihnen abgesagt hatte, innerhalb von zehn Minuten ein neues Papier, das viel besser war.“ Weitere Drohungen oder Fristen vermied der Präsident und gab sich demonstrativ gelassen. Die USA hielten „alle Trümpfe in der Hand“. „Wenn sie sprechen wollen, müssen sie nur anrufen“, sagte er.
Trumps Ton gegenüber Teheran hat sich damit deutlich verändert. Zuvor hatte er auf maximalen Druck gesetzt und dem Iran Fristen gestellt sowie mit massiven Konsequenzen gedroht.
Militärischer Druck wächst
Während diplomatisch kaum Fortschritte erzielt werden, baut das US-Militär seine Präsenz in der Region weiter aus. Nach Angaben des Regionalkommandos Centcom befindet sich inzwischen auch der Flugzeugträger „USS George H.W. Bush“ im Einsatzgebiet. Damit sind erstmals seit 2003 drei US-Flugzeugträger gleichzeitig im Nahen Osten stationiert. An Bord befinden sich insgesamt mehr als 200 Flugzeuge sowie rund 15.000 Soldaten.
Mit einer Seeblockade wollen die USA den Druck auf Teheran erhöhen. Sie gilt für alle Schiffe, die iranische Häfen ansteuern oder verlassen haben. Der Iran fängt derweil wiederholt Handelsschiffe in der Straße von Hormus ab.
Mit Beginn des völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran Ende Februar hatten die iranischen Streitkräfte die Straße von Hormus für die USA, Israel und ihre Verbündeten gesperrt. Handelsschiffe anderer Länder durften die Straße passieren. Die Situation trieb weltweit die Preise für Öl und Flüssiggas in die Höhe.
US-Militär entert Frachter der „Schattenflotte“
Das US-Militär stürmte zudem einen mit Sanktionen belegten Frachter der iranischen „Schattenflotte“. Ein vom Zerstörer „USS Pinckney“ gestarteter Helikopter habe das Schiff im Arabischen Meer geentert, teilte Centcom auf X mit. Der Frachter „M/V Sevan“ werde nun zurück in Richtung Iran eskortiert.
Das Schiff gehört laut US-Angaben zu einer Gruppe von 19 Frachtern, die kürzlich mit Sanktionen belegt wurden. Diese zielen auf die sogenannte Schattenflotte ab – Schiffe mit verschleierter Eigentümerstruktur, die eine zentrale Rolle für Irans Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport spielen.















