TÜRKİYE
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Erdoğan und Selenskyj beraten in Istanbul über Ukraine-Krieg und Energiesicherheit
Beim Treffen zwischen Erdoğan und Selenskyj sind eine Reihe von aktuellen Themen besprochen worden. Neben dem Krieg in der Ukraine ging es auch um die Sicherheit im Schwarzen Meer und der Energieversorgung.
Erdoğan und Selenskyj beraten in Istanbul über Ukraine-Krieg und Energiesicherheit
Erdoğan und Selenskyj beraten in Istanbul über Ukraine-Krieg und Energiesicherheit. / Foto: AP / AP
vor 6 Stunden

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und sein ukrainischer Amtskollege Wolodymyr Selenskyj haben in Istanbul über den Ukraine-Krieg und das Thema Energiesicherheit beraten. Erdoğan empfing Selenskyj am Samstag im Dolmabahçe-Palast, dem Sitz der türkischen Präsidentschaft in Istanbul. Er betonte bei dem Gespräch nach Angaben der türkischen Präsidentschaft, wie wichtig Türkiye die Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer und die Sicherheit der Energieversorgung sei.

Besprochen wurden demnach auch „Friedensbemühungen im Russland-Ukraine-Konflikt“ sowie „regionale und internationale Entwicklungen“. Selenskyj sagte, es sei bei dem Treffen auch um „gemeinsame Projekte bei der Entwicklung von Gas-Infrastruktur und die Möglichkeiten für die Entwicklung von Gasfeldern“ gegangen.

Erdoğan habe seinerseits die Unterstützung seines Landes für Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland bekräftigt, hieß es in einer Mitteilung des türkischen Kommunikationsamts auf NSosyal. Er betonte demnach auch, dass Türkiye der sicheren Navigation im Schwarzen Meer und der Energiesicherheit große Bedeutung beimesse. 

Der türkische Präsident stellte laut Mitteilung zudem eine Steigerung des bilateralen Handelsvolumens mit der Ukraine in Aussicht. Ankara werde dafür entsprechende Schritte einleiten. Positiv zu bewerten sei darüber hinaus auch der Austausch zwischen der Ukraine und den Golfstaaten.

Selenskyj und Erdoğan trafen sich einen Tag nach einem Telefonat des türkischen Staatschefs mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Putin warf der Ukraine dabei vor, die Gastransportinfrastruktur zwischen Russland und Türkiye angreifen zu wollen.

Der russische Energiekonzern Gazprom hatte der Ukraine am Donnerstag einen Drohnenangriff auf die Turkstream-Pipeline vorgeworfen. Turkstream verläuft von Russland aus unter dem Schwarzen Meer nach Kıyıköy im Nordwesten von Türkiye. Von dort aus wird das Gas dann unter anderem nach Ungarn, Serbien und in die Slowakei geliefert.

Russland hat der Ukraine wiederholt Angriffe auf die Pipeline vorgeworfen. In dem seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg zwischen den beiden Nachbarländern greift die Ukraine immer wieder russische Energie-Infrastruktur an, um Moskaus Finanzierungsquellen auszutrocknen.

Russland zielt wiederum immer wieder auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine. Millionen von Ukrainern waren deswegen seit Kriegsbeginn im Februar 2022 von Stromausfällen und einem Ausfall ihrer Heizungen betroffen.

Selenskyj hatte vor seinem Treffen mit Erdoğan im Kurzbotschaftendienst X gesagt, Ziel seines Istanbul-Besuches sei eine Vertiefung der Partnerschaft beider Länder zum Schutz von Menschenleben, für mehr Stabilität und Sicherheit in Europa und im Nahen Osten.

Kiew hat Moskau zu einer Waffenruhe über die Osterfeiertage der orthodoxen Kirche in einer Woche gedrängt. Russland erklärt, es habe bislang keine „klar ausformulierten“ Vorschläge der Ukraine gesehen. In Istanbul haben beide Seiten seit Beginn des Ukraine-Kriegs wiederholt Verhandlungen geführt.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen