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Syrische Medien: Zivilist durch israelischen Panzerbeschuss getötet
Israelische Schüsse im Süden Syriens haben erneut ein Menschenleben gefordert. Damaskus spricht von einem „Verbrechen“ und einer Verletzung des Völkerrechts.
Syrische Medien: Zivilist durch israelischen Panzerbeschuss getötet
Syrische Medien: Zivilist durch israelischen Panzerbeschuss getötet / Foto: DPA / DPA
vor 2 Stunden

Bei israelischem Panzerbeschuss ist im Süden Syriens nach Angaben syrischer Staatsmedien ein Mann getötet worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete am Freitag, ein „junger Syrer“ sei in der Provinz Kuneitra nahe den von Israel besetzten Golanhöhen durch den Beschuss eines Fahrzeugs getötet worden. Auch das Staatsfernsehen meldete, ein ziviles Auto sei getroffen worden.

Das syrische Außenministerium schrieb in einer Stellungnahme von einem „Verbrechen“, bei dem „die Besatzungstruppen“ eine Panzergranate auf ein „ziviles Fahrzeug abgefeuert“ hätten. Der Vorfall stelle eine „flagrante Verletzung des humanitären Völkerrechts“ dar, hieß es weiter.

Zuvor hatten staatliche Medien berichtet, israelische Streitkräfte hätten in der Region mehrere Straßen gesperrt, die zu neu eingerichteten Militärstellungen führten. Zudem sei in einem Dorf ein „Kontrollposten“ errichtet worden, was die Bewegungsfreiheit von Anwohnern und Landwirten einschränke.

Erst im vergangenen Monat hatte die israelische Armee Luftangriffe auf militärische Einrichtungen in der Provinz Suweida gemeldet. Diese seien angeblich eine Reaktion auf Angriffe gegen Drusen in Syrien gewesen. Damaskus warf dem Nachbarland eine „Eskalation“ und Einmischung in innere Angelegenheiten vor.

Israel hatte 1967 im Verlauf des Sechstagekrieges den Großteil der syrischen Golanhöhen besetzt und die Gebiete später annektiert. 1974 richtete die UNO eine Pufferzone zwischen dem israelisch annektierten und dem syrischen Teil der Golanhöhen ein. Dort sind UN-Blauhelme stationiert. Die Mehrheit der internationalen Staatengemeinschaft erkennt die Annexion bis heute nicht an. Laut UN gehören die Golanhöhen zu Syrien.

Nach dem Sturz des früheren syrischen Langzeitherrschers Baschar al-Assad hatte Israel Soldaten in die von den UN kontrollierte Pufferzone zwischen den Golanhöhen und syrisch kontrolliertem Gebiet verlegt. Laut UN ist das ein Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen von 1974.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen