Die AfD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Przygodda fordert ein Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren an öffentlichen Schulen. Vor dem Hintergrund des neuen Verbots in Österreich verlangt sie laut einer Mitteilung der AfD-Bundestagsfraktion vom Montag eine vergleichbare Regelung in Deutschland. Einen entsprechenden Antrag brachte die AfD-Fraktion bereits zuvor in den Bundestag ein.
In Österreich tritt mit Beginn des neuen Schuljahres ein entsprechendes Verbot in Kraft. Nach Angaben der rechtspopulistischen AfD wollen muslimische Gemeinden gegen die umstrittene Regelung angehen. Österreichische Lehrervertreter warnten demnach vor Konflikten mit betroffenen Familien.
Przygodda bezeichnete die Berichte als „alarmierend“. Sie wertete sie als Ausdruck einer Konfrontation des „politischen Islams“ mit westlichen Werten. Auch in Deutschland würden bereits kleine Mädchen zum Tragen eines Kopftuchs gezwungen, behauptete die AfD-Politikerin. Belastbare Belege für eine weitverbreitete Zwangsverschleierung legte sie nicht vor.
Der Vorstoß der AfD hatte im Bundestag eine kontroverse Debatte ausgelöst. Union, SPD und Grüne werfen der AfD vor, Einzelfälle zu verallgemeinern und antimuslimische Ressentiments zu schüren. Kritiker sehen darin eine populistische Wahlkampfstrategie für die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt (6. September) sowie in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin (20. September). Sie weisen zudem auf unterschiedliche Beweggründe für das Tragen eines Kopftuchs hin – wie etwa kulturelle Traditionen und religiöse Überzeugungen.























