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Umfrage: Mehrheit der Deutschen fordert mehr Druck auf israelische Regierung
Trotz wachsender internationaler Kritik an Israel hält die Bundesregierung an ihrer Politik gegenüber dem Land fest. Laut einer aktuellen Umfrage wollen 58 Prozent einen Kurswechsel in der deutschen Israel-Politik.
Umfrage: Mehrheit der Deutschen fordert mehr Druck auf israelische Regierung
ARCHIV - 11.10.2023, Baden-Württemberg, Stuttgart. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Die Mehrheit der Deutschen fordert einer Umfrage zufolge einen Kurswechsel der Bundesregierung gegenüber der israelischen Regierung. 58 Prozent der Deutschen seien der Ansicht, dass Deutschland mehr Druck auf die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ausüben sollte als bisher, um sie zu einer Änderung ihrer Politik zu bewegen, berichtete der „Stern“ am Dienstag. 33 Prozent lehnen dies demnach ab. Neun Prozent machten keine Angaben.

Die israelische Regierung steht seit Längerem wegen ihres brutalen Vorgehens gegenüber den Palästinensern im Gazastreifen und im besetzten Westjordanland international in der Kritik. Zuletzt sorgte der Aufruf des rechtsextremen israelischen Sicherheitsministers Itamar Ben Gvir zu gezielten Tötungen von Palästinensern für Empörung. Die Aussage fachte auch die Diskussion über EU-Sanktionen gegen den Minister an. 

Für die repräsentative Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Magazins „Stern“ und des Senders RTL am 20. und 21. August 1.003 Deutsche. Die mögliche Fehlerquote liegt bei plus/minus drei Prozentpunkten.

Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird.

Israels Vernichtungsfeldzug in Gaza wird von vielen Experten und Menschenrechtsorganisationen als Völkermord eingestuft. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 73.420 Menschen und verletzte mindestens 174.401 weitere.

Israel besetzt seit dem Sechstagekrieg 1967 unter anderem das palästinensische Westjordanland und Ostjerusalem. Heute leben dort rund 730.000 Siedler in mehr als 370 illegalen Siedlungen und Außenposten. Immer wieder kommt es zu Übergriffen auf Palästinenser durch extremistische Siedler und israelische Besatzungstruppen. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den israelischen Siedlungsbau in einer Resolution aus dem Jahr 2016 und stufte ihn als völkerrechtswidrig ein.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen