Italiens Ministerrat hat das geplante Gemeinschaftsprojekt LBA Systems des Rüstungskonzerns Leonardo mit dem türkischen Drohnenhersteller Baykar unter Auflagen genehmigt. Leonardo und Baykar sollen jeweils 50 Prozent Anteile an dem Gemeinschaftsprojekt halten, wie die italienische Tageszeitung „Il Messaggero“ am Mittwoch berichtete. Das Joint Venture zielt auf die Entwicklung und Produktion unbemannter Luftfahrtsysteme der nächsten Generation.
Den Auflagen zufolge dürfen die Geschäftsaktivitäten nur jene Staaten umfassen, die mit der politischen Ausrichtung der EU und der NATO konform gehen, hieß es in dem Bericht. Dadurch sollen Italiens strategische Interessen geschützt und stabile Lieferketten gewährleistet werden. Italienische Nachrichtendienste hätten zudem Maßnahmen zum Schutz geheimer Informationen und sensibler Technologien gefordert.
Beim geplanten Joint Venture zwischen Leonardo und Baykar gilt die sogenannte Golden-Powers-Regel – ein spezielles Vetorecht der italienischen Regierung. Sie dient zur Kontrolle ausländischer oder inländischer Investitionen in strategisch wichtigen Unternehmen. Diese können mit Auflagen versehen oder komplett blockiert werden.
Leonardo erhält Zugang zu Drohnen-Markt – Baykar stärkt Position in Europa
Für Leonardo eröffnet die Partnerschaft mit Baykar zugleich einen Zugang zu einem Drohnen-Markt, dessen Volumen das Unternehmen für die kommenden zehn Jahre auf etwa 115 Milliarden US-Dollar schätzt. Baykar will seinerseits die strukturellen Vorteile Italiens nutzen, um einen besseren Zugang zum europäischen Rüstungsmarkt zu bekommen.
An der Zusammenarbeit mit Baykar sollen die Leonardo-Standorte in Ronchi dei Legionari, Turin, Grottaglie und im römischen Stadtteil Tiburtina beteiligt werden.
Leonardo und Baykar hatten im März 2025 eine Absichtserklärung zur Gründung von LBA Systems unterzeichnet. Im Juni 2025 wurde die Kooperation offiziell gestartet.























