Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat die anhaltende Unterstützung von Türkiye für einen unabhängigen Palästinenserstaat bekräftigt. Türkiye werde sich „entschlossen“ für einen souveränen und territorial zusammenhängenden Staat Palästina einsetzen, sagte Erdoğan am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ankara. Dieser müsse auf den Grenzen von 1967 basieren und Ostjerusalem als Hauptstadt haben.
Erdoğan warf Israel vor, die Gründung eines souveränen Palästinenserstaates zu untergraben. Die internationale Gemeinschaft dürfe dieser Entwicklung nicht gleichgültig gegenüberstehen. Die Regierung von Benjamin Netanjahu versuche, die Palästina-Frage durch Chaos und neue Konflikte von der internationalen Agenda zu verdrängen. „Sie werden keinen Erfolg haben“, sagte Erdoğan.
Erdoğan warnt vor Provokationen in Ostjerusalem
Erdoğan warnte zudem vor Versuchen, den Status quo der Al-Aksa-Moschee und anderer islamischer sowie christlicher Heiligtümer im besetzten Ostjerusalem zu verändern. Türkiye lehne solche Provokationen entschieden ab. Zugleich kritisierte Erdoğan das israelische Vorgehen im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem.
„Die Unterstützung Palästinas ist eine gemeinsame Verantwortung der gesamten Menschheit, insbesondere der islamischen Welt“, sagte der türkische Präsident. Türkiye werde die palästinensische Sache weiterhin auf allen internationalen Plattformen vertreten.
Mit Blick auf den Gazastreifen forderte Erdoğan einen raschen Beginn des Wiederaufbaus. Zugleich müssten die notwendigen Bedingungen für die Sicherheit in dem Gebiet geschaffen werden. Das palästinensische Volk habe einen starken Willen zum Frieden gezeigt. Trotz internationaler Bemühungen scheine sich die israelische Regierung jedoch gegen eine politische Lösung zu entscheiden.
Abbas würdigt Mekka-Verteidigungsabkommen
Palästinenserpräsident Abbas bezeichnete das Mekka-Verteidigungsabkommen zwischen Türkiye, Saudi-Arabien und Pakistan als „sehr wichtig“. Er hoffe, dass die Vereinbarung einen Ausgangspunkt für mehr Sicherheit und Stabilität in der Region bilden werde.
Abbas dankte Erdoğan und Türkiye zugleich für die Unterstützung der palästinensischen Rechte. Ankara stehe weiterhin an der Seite der Palästinenser und ihrer Forderung nach einem eigenen Staat.
Abbas forderte zudem die vollständige Umsetzung der Waffenruhe im Gazastreifen und der UN-Resolution 2803. Einen palästinensischen Staat könne es ohne den Gazastreifen nicht geben, betonte er.
Der Palästinenserpräsident sprach auch die finanzielle Lage der Palästinensischen Autonomiebehörde an. Israel habe palästinensische Gelder in Höhe von 6,5 Milliarden Dollar einbehalten. Finanzielle Unabhängigkeit sei deshalb von entscheidender Bedeutung. Thema der Gespräche seien zudem die Gewalt illegaler israelischer Siedler sowie Angriffe auf Gotteshäuser verschiedener Religionen gewesen.























