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Syrien verhängt Todesstrafe gegen Ex-Machthaber Baschar al-Assad
Er hat das Land in einen brutalen Bürgerkrieg gestürzt und ist gegen die eigene Bevölkerung vorgegangen. Nun verhängt ein syrisches Gericht die Todesstrafe gegen Ex-Präsident Baschar al-Assad.
Syrien verhängt Todesstrafe gegen Ex-Machthaber Baschar al-Assad
Damaskus, Syrien, 11.08.2026 / Foto: -/AA

Ein syrisches Gericht hat den gestürzten Präsidenten des Landes Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Ihm wurde vorsätzlicher Mord an mehreren Menschen, Folter, willkürliche Inhaftierung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Assad hält sich derzeit in Russland auf, das ihn bislang nicht an Syrien ausgeliefert hat. Das Urteil des vierten Strafgerichts in der Hauptstadt Damaskus wurde am Dienstag live im syrischen Staatsfernsehen verlesen.

Neben Assad wurde ebenfalls sein Cousin Atef Nadschib zum Tode verurteilt. Nadschib ist ein Cousin Assads. Als früherer Chef für Sicherheit in der südlichen Stadt Daraa wurden ihm laut Anklage Verbrechen gegen das syrische Volk vorgeworfen, darunter „systematischer Massenmord“ und willkürliche Verhaftungen. In Daraa hatten 2011 die friedlichen Aufstände gegen Assad begonnen, nachdem Jugendliche regierungskritische Graffiti an die Wände ihrer Schule gesprüht hatten und festgenommen wurden. Daraus entwickelte sich ein fast 14-jähriger Bürgerkrieg, der Millionen Menschen zur Flucht zwang. Nadschib ist einer der wenigen Schlüsselfiguren der Assad-Regierung, die selbst in Syrien vor Gericht steht.

Jubel vor dem Gerichtsgebäude

Auch Assads Bruder Mahir al-Assad sowie weitere Vertreter der gestürzten Regierung wurden in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Ihnen wurden vorsätzlicher und geplanter Mord sowie Folter mit Todesfolge zur Last gelegt.

Vor dem Justizpalast in Damaskus versammelten sich während der Urteilsverkündung Dutzende Menschen. Nach dem Todesurteil gegen Nadschib brachen Jubel und Freudenschreie aus, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete. Einige Menschen hielten Bilder von Personen hoch, die auf Befehl Nadschibs getötet worden sein sollen. Auch in Daraa hat es Augenzeugenberichten zufolge Freudenbekundungen gegeben.

Die Verfahren sind Teil einer Reihe von Prozessen gegen prominente Vertreter der früheren syrischen Assad-Diktatur. Berichten zufolge soll sich Assads jüngerer und als brutaler „Schlächter“ bekannter Bruder Mahir ebenfalls nach Moskau abgesetzt haben. Bisher scheint eine Vollstreckung der Strafen unwahrscheinlich. Sollten sie jemals gefasst oder ausgeliefert werden, wartet auf sie in Damaskus umgehend der Strafvollzug oder ein neuer Prozess.

Kämpfer unter Führung der Rebellengruppe Hajat Tahrir al-Scham (HTS) hatten am 8. Dezember 2024 Damaskus vom Assad-Regime befreit. Assad, der Syrien jahrelang mit eiserner Hand regiert und in einen fast 14 Jahre dauernden Bürgerkrieg gestürzt hatte, floh daraufhin nach Russland. Der neue syrische Präsident Ahmed al-Scharaa  bemüht sich seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 um Reformen und wirtschaftlichen Aufschwung.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen