Nach der Frage eines ihrer Korrespondenten an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zum Töten russischer Soldaten hat sich die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“) zu dem Vorgang geäußert. Die Frage einer ihrer Reporter sei „missverständlich“ formuliert gewesen, teilte die Pressestelle der Zeitung am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Dies bedauere man. Es sei nicht die redaktionelle Linie der „FAZ“, dass möglichst viele russische Soldaten getötet werden sollten.
Der „FAZ“-Korrespondent hatte Selenskyj am Samstag bei der Pressekonferenz in Belgrad gefragt, was die Europäer tun könnten, um der Ukraine dabei zu helfen, mehr russische Soldaten zu töten. Nach Angaben der „FAZ“ bezog sich die Frage auf aktuelle Debatten unter Verteidigungsexperten darüber, wie die russische Armee in personelle Schwierigkeiten gebracht werden könnte, um Russland zu Friedensverhandlungen zu bewegen.
Russisches Außenministerium reagiert
Das russische Außenministerium reagierte am Sonntagabend mit scharfer Kritik an dem Journalisten. Es bezeichnete ihn unter anderem als „braunen Propagandisten“ und warf ihm vor, Russen zu entmenschlichen und Hass gegen Russland zu legitimieren. Zudem bezeichnete das Ministerium die Äußerung des Journalisten als „revanchistisch“ und kritisierte, dass die Frage im Westen nicht verurteilt worden sei.
Die „FAZ“ verwies ihrerseits auf „Diffamierungen und Drohungen“ gegen ihren Korrespondenten im Zusammenhang mit der Pressekonferenz. „Das ist inakzeptabel“, hieß es. Zur Pressefreiheit gehöre das Recht, Fragen zu stellen, gerade auf einer Pressekonferenz. „Auf Bedrohungen unserer Mitarbeiter werden wir mit juristischen Mitteln reagieren.“
Die Zeitung betonte zudem, sie trete für das völkerrechtlich garantierte Selbstverteidigungsrecht der Ukraine und für ein möglichst baldiges Ende des Krieges ein.























