Mehr als 1100 Musikerinnen und Musiker fordern wegen der Teilnahme Israels einen Boykott des Eurovision Song Contest (ESC). Zu den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern eines entsprechenden Aufrufs gehören auch Stars wie Pink-Floyd-Mitgründer Roger Waters, Ex-Genesis-Frontmann Peter Gabriel, die britische Band Massive Attack, der US-Rapper Macklemore und die nordirische Rap-Gruppe Kneecap.
Mehrere der bekannten Bands und Musiker, die den Aufruf mit dem Titel „No Music For Genocide“ („Keine Musik für den Genozid“) unterstützen, beteiligen sich teilweise schon seit Jahren an Boykottaufrufen gegen Israel.
Die Kampagne „No Music For Genocide“ fordert nun einen Ausschluss des israelischen Fernsehsenders Kan vom ESC, weil dieser sich „an den von Israel begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit mitschuldig gemacht“ habe. Der ESC werde zudem dazu genutzt, „den Völkermord, die Belagerung und die brutale militärische Besatzung“ des Gazastreifens durch Israel „reinzuwaschen und zu normalisieren“.
Wegen der Teilnahme Israels boykottieren in diesem Jahr die Niederlande, Spanien, Irland, Slowenien und Island den ESC. Damit schicken im Mai nur Sendeanstalten aus 35 Ländern Beiträge zur 70. Ausgabe des Musikwettbewerbs nach Wien. Es ist der umfassendste Boykott in der Geschichte des Wettbewerbs.
Anlass für die Debatte um Israels ESC-Teilnahme war der israelische Vernichtungskrieg im Gazastreifen, der von vielen Experten und Menschenrechtsorganisationen als Völkermord eingestuft wird.
Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums tötete Israel seit dem 7. Oktober 2023 mehr als 72.560 Menschen in Gaza, die meisten davon Frauen und Minderjährige. Demnach wurden mindestens 172.320 Menschen verletzt.
Andere Länder hingegen machten eine Teilnahme Israels zur Bedingung für ihre eigene Beteiligung. Deutschland etwa hatte sich gegen einen Rauswurf Israels gewandt, das mit vier Siegen zu den erfolgreichsten ESC-Teilnehmern zählt.
















