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„Antimuslimisch“: Islamrat legt Beschwerde gegen BR-Reportage ein
Nach Kritik an einer „Klar“-Folge mit Moderatorin Julia Ruhs fordert der Islamrat eine Prüfung durch den Bayerischen Rundfunk. Dem Verband zufolge hat der Beitrag eine pauschalisierende und antimuslimische Wirkung.
„Antimuslimisch“: Islamrat legt Beschwerde gegen BR-Reportage ein
Moderatorin Julia Ruhs / DPA

Der Islamrat hat gegen eine neue Ausgabe des Reportage-Formats „Klar“ mit Moderatorin Julia Ruhs Programmbeschwerde beim Bayerischen Rundfunk (BR) eingelegt. Der Beitrag „Wo Islamisten Deutschland unterwandern“ sei „einseitig, alarmistisch und gesellschaftlich gefährlich“, kritisierte der Verband.

Der Sender bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass die Programmbeschwerde im BR eingegangen sei. „Wir werden uns nun in der gebotenen Sorgfalt inhaltlich damit auseinandersetzen.“

Der Islamrat betonte in seiner Mitteilung, dass sich die Beschwerde nicht gegen Berichterstattung über Extremismus richte, sondern „gegen die pauschalisierende, antimuslimische Wirkung, die der Beitrag entfaltet“. Der Islamrat fordert eine „programmrechtliche, journalistische und medienethische Prüfung“. Sollte die Beschwerde nicht berücksichtigt werden, müsse sich der BR-Rundfunkrat mit dem Vorgang befassen.

Der vom Islamrat als undifferenziert kritisierte Beitrag war Ende April im BR- und NDR-Fernsehen ausgestrahlt sowie in der ARD-Mediathek und auf YouTube veröffentlicht worden. Thema war die Frage, ob der Staat den Einfluss von religiösem Fundamentalismus ausreichend im Blick habe.

Es geht darin unter anderem um muslimische Einflüsse in Berlin-Neukölln. Gezeigt werden etwa Bücher mit angeblich „problematischem Demokratieverständnis“ sowie muslimische TikTok-Influencer. Der Islamrat kritisierte, dadurch würden unterschiedliche Phänomene „zu einer alarmistischen Unterwanderungserzählung“ verbunden. Islam, muslimische Alltagspraxis und migrantisch geprägte Räume würden so in einen problematischen Zusammenhang gestellt.

Ruhs moderiert seit Ende April wieder Folgen von „Klar“ für den BR. Nach heftiger Kritik an einer früheren Ausgabe zum Thema Migration hatte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) 2025 entschieden, Ruhs nicht weiter für seine Folgen des Formats einzusetzen. Der BR hielt dagegen an ihr fest. Für den NDR moderiert inzwischen die frühere „Bild“-Chefredakteurin Tanit Koch das Format.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen