Nach Bekanntwerden der geplanten Vergabe des Axel Springer Award 2026 an Tech-Milliardär Peter Thiel hat ein Bündnis aus mehreren Gruppen Protest angekündigt. Die Kundgebung unter dem Motto „Thiel shall not pass“ ist für Donnerstag um 17.30 Uhr vor dem Axel-Springer-Hochhaus in Berlin geplant. Die Initiatoren werfen Thiel unter anderem Demokratiefeindlichkeit vor.
Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner ließ sich von der Kontroverse um Thiel nicht beirren. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bezeichnete er ihn als „wahrscheinlich mit Abstand einflussreichsten Deutschen unserer Zeit“.
Thiel hat den US-Bezahldienst PayPal mit aufgebaut, gehörte zu den ersten externen Investoren bei Facebook und gründete das umstrittene pro-israelische Softwareunternehmen Palantir mit. Der 58-Jährige ist für seine libertären und rechtskonservativen Positionen, seine Nähe zu US-Präsident Donald Trump und seine Kritik an liberalen Demokratien bekannt. 2009 schrieb er in einem Essay, er glaube nicht länger daran, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar seien.
Das Datenanalyse-Unternehmen Palantir ist auf die Auswertung großer Datenmengen spezialisiert und gilt unter anderem als Lieferant von Software, mit der Geheimdienst- und Militärinformationen analysiert werden. Genau diese Verbindung zu US-Geheimdiensten kritisieren Datenschützer und warnen vor dem Abfluss sensibler Daten in die USA. Deshalb steht Thiel in der Kritik.
In Deutschland ist Palantir in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg im Einsatz. Das umstrittene Palantir-Analysetool „Gotham“ wird in den Bundesländern genutzt. 2025 reichte der Verein Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) gegen den Einsatz von Palantir in Bayern eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe ein.






















