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Belgien: Offener Brief gegen akademische Kooperationen mit Israel
Belgische Hochschulen geraten wegen ihrer Beziehungen zu israelischen Einrichtungen zunehmend unter Druck. Tausende Akademiker und Studierende fordern nun einen vollständigen Abbruch solcher Kooperationen.
Belgien: Offener Brief gegen akademische Kooperationen mit Israel
Belgien: Offener Brief gegen akademische Kooperationen mit Israel / Foto: AA

Mehr als 4.500 Wissenschaftler, Studierende und weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben in Belgien einen offenen Brief unterzeichnet, in dem ein Ende akademischer Kooperationen mit israelischen Einrichtungen gefordert wird. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga am Mittwoch gehören zu den Unterzeichnern mehr als 1.100 Professorinnen und Professoren sowie bekannte Persönlichkeiten.

In dem offenen Brief wird unter anderem auf die Verleihung der Ehrendoktorwürde an Francesca Albanese, die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, durch drei belgische Hochschulen Bezug genommen. Im April hatten die Universität Antwerpen, die Universität Gent und die Freie Universität Brüssel die italienische Völkerrechtsexpertin sowie die palästinensisch-amerikanische Rechtswissenschaftlerin Noura Erakat für ihre Arbeit ausgezeichnet.

Die Universitäten hätten mit diesem Schritt „ihr Bekenntnis zu internationalem Recht, Menschenrechten und institutioneller Verantwortung angesichts von Besatzung, Apartheid, massiver Gewalt und Völkermord unter Beweis gestellt“, heißt es weiter in dem Schreiben - offenbar mit Blick auf den israelischen Vernichtungskrieg gegen die Menschen in Gaza.

Im Brief wird zudem Israels militärisches Vorgehen gegen andere Länder im Nahen Osten scharf kritisiert. Die Unterzeichner werfen Israel vor, einen „völkerrechtswidrigen Krieg“ gegen den Iran zu führen, die Waffenruhe im Libanon wiederholt zu verletzen und die sogenannte Gaza-Doktrin auf den Libanon auszuweiten.

Gefordert werden ein sofortiger Stopp aller akademischen Kooperationen belgischer Hochschulen mit israelischen Einrichtungen sowie ein Moratorium für neue Partnerschaften. Zudem sprechen sich die Unterzeichner für die Beendigung von Verträgen mit umstrittenen Unternehmen wie Dell, Teva und Microsoft aus. Die belgische Regierung müsse alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die Einhaltung des Völkerrechts sicherzustellen.

Ähnliche Forderungen seien bereits im Januar 2025 erhoben worden, hieß es weiter in dem offenen Brief. Damals hätten mehr als 7.000 Wissenschaftler, darunter über 1.200 Professorinnen und Professoren sowie 40 Personen mit Ehrendoktor, die belgischen Universitäten dazu aufgerufen, ihre Zusammenarbeit mit israelischen Einrichtungen zu beenden. „Diese Forderungen sind nicht neu, nur ihre Dringlichkeit hat zugenommen“, betonten die Verfasser.

QUELLE:TRT Deutsch