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Bangladeschs Außenminister folgt Baerbock bei UN
Die UN-Generalversammlung hat die Nachfolge für Annalena Baerbock gewählt. Khalilur Rahman präsentiert ein ausführliches Programm. Doch eine Frage bleibt offen.
Bangladeschs Außenminister folgt Baerbock bei UN
New York, USA, 02.06.2026 / Foto: Bianca Otero/ZUMA Press Wire via dpa

Die UN-Generalversammlung hat den aktuellen Außenminister von Bangladesch, Khalilur Rahman, zu ihrem nächsten Präsidenten und damit als Nachfolger von Annalena Baerbock ab September bestimmt. 99 der 193 Mitgliedsstaaten in dem Weltparlament stimmten für den 72-jährigen Diplomaten. Baerbock gratulierte ihm zu „einem der besten Jobs der Welt“.

Die Spitzenposition im größten Gremium der Vereinten Nationen hat in erster Linie protokollarische Bedeutung, kann aber auch begrenzten Einfluss auf Entscheidungsprozesse hinter den Kulissen nehmen. Die politischen Entscheidungen der Generalversammlung haben oft einen symbolischen Wert und gelten als weltweites Stimmungsbild.

Rahmen folgt auf „zupackende Führungspersönlichkeit“ Baerbock 

Rahman übernimmt das Amt zu einer Zeit, in der die Vereinten Nationen angesichts zahlreicher ungelöster bewaffneter Konflikte auf der Welt und wegen riesiger finanzieller Lücken unter Reformdruck stehen. Er folgt auf Baerbock, die laut dem UN-Experten Richard Gowan eine „durchaus solide und zupackende Führungspersönlichkeit war“ und dem Amt deutlich mehr Öffentlichkeit verschafft hat als ihre Vorgänger.

„Baerbock ist eine größere diplomatische Berühmtheit als die meisten Präsidenten der Generalversammlung“, erklärte Gowan. Die Grünen-Politikerin sei, so höre er von Diplomaten, mitunter aber auch von den Grenzen ihres Amtes frustriert gewesen. „Sie wünschte sich, die Generalversammlung würde bei der Bewältigung der vielen Krisen, mit denen sie konfrontiert ist, aktiver agieren.“

Rahman hatte im Voraus erklärt, Vollzeit-Präsident sein zu wollen. Ob er sein Amt als Außenminister niederlegen wird, wurde aber bis zuletzt unter Diplomaten angezweifelt. Rahman kann auf langjährige Erfahrung bei den Vereinten Nationen zurückblicken und war in führender Rolle mit der Situation der muslimischen Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch befasst. Rahman erklärte, sich für die Reform der UN-Friedensmissionen, die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele und etwa die Förderung von Frauen und Mädchen sowie die Belange der ärmsten Länder der Erde einsetzen zu wollen.

Zwei Bewerber für das Amt sind selten 

Baerbock behält das Amt noch bis zur offiziellen Amtsübergabe am 9. September inne – kurz vor der Generaldebatte der UN-Vollversammlung mit Staatsgästen aus aller Welt. Das Amt wird in einer regionalen Rotation vergeben, bei der nun die Asien-Pazifik-Gruppe an der Reihe war. Rahman setzte sich gegen den Diplomaten Andreas Kakouris aus Südzypern durch. Dass sich zwei Kandidaten für den Posten bewerben, ist äußerst selten.

Die Personalie Baerbock hatte im Vorfeld ihrer Nominierung im März 2025 für scharfe Kritik gesorgt. Der frühere Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, sprach von einer „Unverschämtheit“, da ursprünglich die deutsche Spitzendiplomatin Helga Schmid für das Amt vorgesehen war.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen