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Entwicklungsministerin fordert Waffenstillstand im Libanon
Kurz vor dem Landeanflug auf Beirut musste der Flieger von Reem Alabali Radovan umdrehen – wegen der Eskalation im Krieg Israels im Libanon. Was die Ministerin nun fordert.
Entwicklungsministerin fordert Waffenstillstand im Libanon
Beirut, Libanon, 15.05.2026 / Foto: Bilal Hussein/AP

Nach dem Abbruch ihrer Reise in den Libanon hat Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan Israel und die Hisbollah-Miliz zur Deeskalation aufgerufen. „Ich verurteile die Angriffe der israelischen Regierung, diese dramatische Eskalation“, sagte die SPD-Politikerin dem ZDF-„Heute Journal Update“. Ebenso müsse auch die Hisbollah ihre Angriffe auf den Norden Israels einstellen. „Jetzt müssen im Vordergrund vor allem die politischen Lösungen stehen und natürlich die militärische Deeskalation“, forderte Alabali Radovan. „Es muss jetzt alles getan werden für einen Waffenstillstand.“

Die Reise in die libanesische Hauptstadt Beirut war am Montag nach Angaben ihres Ministeriums „aus militärischen Gründen“ kurzfristig gestoppt worden. Die Sicherheitslage habe sich kurz vor dem Landeanflug so weit zugespitzt, „dass das Verteidigungsministerium beschlossen hat, dass wir nicht in Beirut landen können, dass wir abdrehen müssen und in Zypern zwischenlanden müssen“, schilderte die Ministerin. 

Alabali Radovan wollte sich bei ihrem Besuch in dem Mittelmeerland gemeinsam mit dem norwegischen Minister Åsmund Grøver Aukrust ein Bild von den Auswirkungen des Krieges zwischen der Hisbollah und Israel machen. Sie verteidigte ihre Reisepläne: Ihr sei es wichtig gewesen, den Menschen im Libanon und der libanesischen Regierung Solidarität und Unterstützung vor Ort zu signalisieren. Die Sicherheitsbehörden hätten die Reise freigegeben. Nach ihrer Darstellung kam es zu dem Abbruch infolge der Ankündigung der israelischen Regierung, dass es Angriffe auf südliche Vororte Beiruts geben werde.

Israels Armee drang in den vergangenen Tagen immer weiter in den Süden des Libanon ein und setzt weiter auf Konfrontation. Israel und die libanesische Regierung – die keine Konfliktpartei ist – hatten Mitte April zwar eine Waffenruhe geschlossen. Die Hisbollah selbst lehnt direkte Verhandlungen mit Israel jedoch ab und wirft der israelischen Führung vor, die Feuerpause systematisch zu verletzen. Am Montagabend deutscher Zeit machte US-Präsident Donald Trump aber Hoffnungen auf eine Deeskalation.

Seit Beginn des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran Ende Februar ist auch der schwelende Konflikt zwischen Israel und Hisbollah im Libanon wieder eskaliert. Nach libanesischen Angaben sind seit Anfang März mehr als 3.370 Menschen durch israelische Angriffe getötet und mindestens 10.129 weitere verletzt worden.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen