Der türkische Nachrichtendienst MIT hat einen mutmaßlichen Koordinator des Bombenanschlags von Reyhanlı 2013 gefasst und nach Türkiye gebracht. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen vom Donnerstag handelt es sich um den Syrer Omar al-Khatib. Dieser sei bei dem Versuch gefangen worden, über den Seeweg nach Europa zu fliehen.
Al-Khatib war mit einer sogenannten Red Notice von Interpol international gesucht worden. Er soll an der Planung und Organisation des Anschlags in der südtürkischen Provinz Hatay beteiligt gewesen sein, bei dem 53 Menschen getötet wurden. Sicherheitskreisen zufolge war al-Khatib in Syrien durch den türkischen Nachrichtendienst observiert worden.
Kontakte zum syrischen Militärgeheimdienst
Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll Al-Khatib im Jahr 2013 Treffen zwischen Yusuf Nazik, einem weiteren mutmaßlichen Verantwortlichen, und dem syrischen Geheimdienstfunktionär Kifah Melhem organisiert haben. Dabei seien Einzelheiten des Anschlags festgelegt worden. Zu jener Zeit herrschte das Regime von Baschar al-Assad in Syrien.
Im Februar desselben Jahres seien al-Khatib und Nazik über Hatay nach Türkiye eingereist, um Anschlagsziele auszukundschaften, hieß es aus Sicherheitskreisen. Anschließend hätten sie die Zustimmung des in Latakia stationierten Melhem eingeholt.
Vor dem Anschlag im Mai sei eine Person namens Temir Dukanci von al-Khatib zu einer Dienststelle des syrischen Militärgeheimdienstes in Latakia begleitet worden. Dort hätten sie Materialien für den Sprengsatz abgeholt. Dukanci und Nazik sollen das mit Sprengstoff beladene Fahrzeug anschließend nach Reyhanlı gebracht haben, wo es ferngezündet worden sei, hieß es weiter.
Nach dem Anschlag flohen Dükanci und Nazik den Angaben zufolge nach Syrien. Al-Khatib habe sie dort zu derselben Geheimdienststelle in Latakia gebracht. Das Assad-Regime soll ihn und die übrigen Verantwortlichen anschließend mit einer Geldzahlung belohnt haben.
Weitere Verdächtige bereits festgenommen
2018 war Nazik gefasst worden. Es folgten die Festnahmen von Cengiz Sertel 2024 sowie Muhammed Dib Koralı und Dükanci 2025.
Melhem soll als Generalmajor den Anschlag angeordnet haben. Im Februar 2024 wurde er von Baschar al-Assad zum Leiter des Nationalen Sicherheitsbüros ernannt. Nach dem Sturz des Assad-Regimes soll er ins Ausland geflohen sein, wie Sicherheitskreise mitteilten.























