Nach der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens für ein Ende des Iran-Kriegs sind nach Daten eines Schiffstracking-Unternehmens am Donnerstag 25 Handelsschiffe durch die Straße von Hormus gefahren. Das sei die höchste Zahl seit dem 18. April, erklärte das Unternehmen AXSMarine am Freitag. Es könnte sein, dass die tatsächliche Zahl sogar höher liegt, denn einige Schiffe stellen ihr Signal aus oder manipulieren die Daten, um bei der Passage der Meerenge nicht bemerkt zu werden.
Am Donnerstag sei es zur „größten Störung“ der Signale im sogenannten Automatischen Identifikationssystem (AIS) gekommen, „die wir seit Beginn des Konflikts im Persischen Golf beobachtet haben“, erklärte AXSMarine im Onlinedienst X. Mehr als 200 Handelsschiffe seien gleichzeitig von sogenanntem Spoofing, also Signalmanipulation, oder „abnormalem AIS-Verhalten“ betroffen gewesen.
Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit völkerrechtswidrigen Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Teheran reagierte mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Das iranische Militär sperrte zudem die für die Öl- und Flüssiggastransporte wichtige Straße von Hormus für die USA, Israel und ihre Verbündeten – der Ölpreis stieg dadurch steil an.
Im April öffnete das Land die Meerenge für kurze Zeit, was zu einem kurzen Anstieg auf 28 Durchfahrten am 18. April führte. Im Schnitt fanden laut AXSMarine seit Anfang März täglich 7,6 Durchquerungen statt.
Trump unterzeichnet Rahmenabkommen
Am Mittwochabend hatten die Präsidenten des Iran und der USA, Massud Peseschkian und Donald Trump, separat ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Kriegs unterzeichnet. In einer 60-tägigen Verhandlungsperiode sollen nun schwierige Fragen für das endgültige Friedensabkommen geklärt werden.
Vor dem US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran fuhren nach Angaben des Branchenmagazin „Lloyd's List“ täglich etwa 120 Schiffe durch die Straße von Hormus. Ökonomen zufolge wurden dort in Friedenszeiten rund ein Fünftel des weltweiten gehandelten Erdöls und Flüssigerdgases (LNG) transportiert.
Mehr als 500 Handelsschiffe stecken derzeit nach Angaben der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) noch im Persischen Golf fest. Sie haben demnach rund 11.000 Seeleute an Bord.
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) geht davon aus, dass die derzeit rund 45 Schiffe deutscher Unternehmen in der Region vorerst auch weiter festsitzen. Ein Sprecher der Hapag-Lloyd gab am Freitag auf AFP-Anfrage an, die vier im Persischen Golf befindlichen Charterschiffe des Unternehmens würden auf eine Passage durch die Straße von Hormus vorbereitet. „Wir fahren jedoch erst dann durch, wenn es sicher ist.“ Der Zeitpunkt hänge „weiterhin von den Details und der Umsetzung der Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran ab sowie von unserer kontinuierlichen Einschätzung der Sicherheitslage“.























