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Ägypten sagt Saudi-Arabien Hilfe bei Verteidigung zu
Die Angriffe der Huthi-Miliz setzen Saudi-Arabien zunehmend unter Druck. Nun signalisiert Ägypten Unterstützung bei der Verteidigung des Königreichs. Könnten bald auch ägyptische Soldaten in den Golfstaat entsandt werden?
Ägypten sagt Saudi-Arabien Hilfe bei Verteidigung zu
Foto: Ahmed Nureldine/SPA via AFP (Archiv)

Ägypten will den regionalen Nachbarn Saudi-Arabien bei der Verteidigung gegen die Huthi-Miliz im Jemen unterstützen und könnte dafür womöglich auch eigene Soldaten in dem Golfstaat stationieren. Ägypten werde Saudi-Arabien „alle notwendige und mögliche Unterstützung geben, um dessen Sicherheit und Stabilität zu verteidigen“, teilte der Nationale Verteidigungsrat am Sonntag mit, in dem Präsident Abdel Fattah al-Sisi den Vorsitz hat. Details oder konkrete Pläne nannte er nicht.

Das ägyptische Parlament kam am Sonntag zu einer Sitzung zusammen, um zu beraten. Eine weitere Sitzung ist für Montag geplant. Es wäre eine Zweidrittelmehrheit nötig, um Truppen ins Ausland zu entsenden. 

Saudi-Arabien gerät im Zuge der erneuten Eskalation im benachbarten Jemen zunehmend unter Druck. Bei mehreren Huthi-Angriffen gab es Tote und Verletzte im Land, unter anderem am internationalen Flughafen Riad. Das Königreich bemüht sich um mehr militärische Hilfe bei der Abwehr, darunter von Türkiye und Pakistan und laut Berichten auch von den USA. 

Al-Sisi: „Ich spreche nicht davon, in den Krieg zu ziehen“

Al-Sisi sagte bereits am Samstag, dass sein Land „jeden Schritt“ unternehmen werde, um Saudi-Arabien zu schützen, wenn Riad die Regierung in Kairo darum bitten würde. Es gehe dabei aber nur um Verteidigung. „Ich spreche nicht davon, gegen irgendjemand in den Krieg zu ziehen oder irgendjemand anzugreifen“, sagte al-Sisi. 

Es ist unklar, wie schnell und in welchem Umfang sich Ägypten bei einem Gesuch tatsächlich beteiligen würde. Am wahrscheinlichsten sei, dass Ägypten dem Land bei der Abwehr von Drohnen und Raketen helfen würde, sagte Verteidigungs-Experte Alexandru Hudisteanu dem Nachrichtenkanal Al Jazeera. Nahost-Experte Tallha Abdulrazaq sagte dagegen, eine direkte Beteiligung von Türkiye und Pakistan im Rahmen des mit Riad Anfang August gegründeten Mekka-Verteidigungsbündnisses sei zunächst wahrscheinlicher. Ägypten könnte aber mit seiner Flotte im Roten Meer versuchen, Versorgungswege der Miliz abzuschneiden.

Riad einer der wichtigsten Geldgeber für Ägypten

Die Monarchie Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten Verbündeten und größten Geldgeber für Ägypten. Riad hat dem bevölkerungsreichsten Land der arabischen Welt in dessen tiefer Wirtschafts- und Finanzkrise immer wieder unterstützt, unter anderem mit Zentralbankeinlagen und Milliarden-Investitionen. Kairo und Riad unterstützen auch bei den Konflikten im Sudan und in Somalia dieselben Parteien.

Die mehrheitlich sunnitischen Staaten  Saudi-Arabien, Türkiye und Pakistan hatten das „Gemeinsame Verteidigungsabkommen von Mekka“ Anfang August vor dem Hintergrund des US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran und dessen Folgen gegründet. Im Falle eines Angriffs auf eines der drei Mitglieder sind die übrigen verpflichtet, es zu verteidigen. 

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen