US-Präsident Donald Trump hat seine neue Sprecherin Katie Zacharia nach holprigem Start und nur wenigen Tagen im Amt wieder entlassen. Zacharia sei freigestellt worden, sagten zwei US-Regierungsvertreter am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Zacharia, die ihr Amt erst am Montag angetreten hatte, sah sich tagelang Fragen zu ihrem juristischen Werdegang sowie Kritik an ihrem Auftreten bei einer Pressekonferenz und in Interviews ausgesetzt.
Zacharia hatte am Dienstag ihre erste offizielle Pressekonferenz gegeben. Kurz darauf kamen Fragen zu ihrer juristischen Laufbahn auf. Trump hatte sie als Anwältin präsentiert, und Zacharia selbst erklärte am Mittwoch schriftlich, sie habe im Bereich des internationalen Transaktionsrechts praktiziert. Recherchen der Nachrichtenagentur Reuters ergaben jedoch, dass sie in keinem US-Bundesstaat als Anwältin registriert ist. In einem TV-Interview am Donnerstag räumte Zacharia schließlich ein, die Anwaltsprüfung („bar exam“) nicht bestanden zu haben, das für eine Zulassung als Rechtsanwältin in den USA nötig ist.
Trump erklärte am Freitag vor Journalisten, er habe Zacharia wegen der harten Medienberichterstattung geraten, ihre Entscheidung für das Amt zu überdenken. „Ich habe ihr gesagt: ‚Ich denke, es ist besser für dich, glücklich zu sein, und ich bin mir nicht sicher, ob man in diesem Job jemals glücklich sein kann‘“, sagte Trump. Er habe es nicht eilig, die Nachfolge zu regeln. Allerdings stehen in gut zwei Wochen die Zwischenwahlen zum Kongress an, bei denen Trumps Republikaner ihre Mehrheit verteidigen wollen.
Zacharias Amtszeit gilt als die kürzeste in der Geschichte der Sprecher und Sprecherinnen des Weißen Hauses. Anthony Scaramucci war unter Trump im Jahr 2017 zehn Tage lang als Kommunikationsdirektor im Amt. Zacharias Vorgängerin Karoline Leavitt hatte ihren Posten im August abgegeben, um nach eigenen Angaben künftig mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen.























