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Vorwürfe gegen deutschen Zementkonzern wegen Projekts in Indonesien
Betroffene und Menschenrechtsorganisationen legen Beschwerde gegen ein von dem Zementkonzern Heidelberg Materials geplantes Bauvorhaben in Indonesien ein. Sie sehen darin einen Verstoß gegen das Lieferkettengesetz.
Vorwürfe gegen deutschen Zementkonzern wegen Projekts in Indonesien
Foto: Uwe Anspach/dpa (Archiv)

Der Zementkonzern Heidelberg Materials sieht sich mit Vorwürfen wegen eines geplanten Projekts in Indonesien konfrontiert. Bei der Planung einer Kalksteinmine und eines Zementwerks missachte das Unternehmen Menschenrechte und verstoße gegen das Lieferkettengesetz, erklärten die Entwicklungsorganisation FIAN und das katholische Hilfswerk Misereor am Dienstag. Gemeinsam mit zehn Betroffenen sowie den Organisationen Watch Indonesia und Inclusive Development International (IDI) reichten sie Beschwerde beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ein. 

Den Angaben zufolge geht es um ein Bauvorhaben im Kendeng-Gebirge in Zentraljava. „Falls das Projekt umgesetzt wird, drohen uns eine ökologische Katastrophe, Verarmung und die Verletzung unserer Menschenrechte“, erklärte Bambang Sutikyo, einer der Antragsteller, der in der Region lebt.

Beschwerdeführer fordern Projektstopp

Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen und eine durch das indonesische Präsidialamt beauftragte Studie aus dem Jahr 2017 weisen nach Angaben der Beschwerdeführer auf die erheblichen Risiken des Abbaus in der Region hin. So würde die Umsetzung der Pläne die Wasserverfügbarkeit und die Bodenqualität beeinträchtigen. „Dies hätte schwerwiegende Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen, die Ernährungssituation und die Gesundheit von Indigenen und Landwirten in der Kendeng‑Region“, heißt es in der Mitteilung von Misereor. Die Anwohner protestierten seit mehr als zehn Jahren gegen das Projekt. Dennoch halte das Baustoffunternehmen an dem Vorhaben fest, kritisierte die Organisation. 

„Das Lieferkettengesetz verpflichtet Heidelberg Materials, die Risiken umfassend zu untersuchen und negative Auswirkungen zu verhindern. Dies ist nur durch einen Projektstopp möglich“, betonte Insa Heinke von FIAN. Man erwarte vom Bundesamt, dass es „entsprechende Maßnahmen anordnet und zur Durchsetzung notfalls Bußgelder verhängt“. 

Nach Angaben von IDI gehören unter anderem die Bank of America (USA), BNP Paribas (Frankreich), BlackRock (USA), Citibank (USA), Deutsche Bank (Deutschland), ING (Niederlande), Ludwig Merckle (Deutschland) sowie die Raiffeisen Bank International (Österreich) zu den Investoren des umstrittenen Projekts.

QUELLE:TRT Deutsch, EPD