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Stadt Wuppertal erteilt Baugenehmigung für ersten rein muslimischen Friedhof
Die Stadt Wuppertal will mit einem bundesweit einmaligen Projekt ein Zeichen für das friedliche Zusammenleben der Religionen setzen. Unmittelbar neben einem christlichen und einem jüdischen Friedhof soll nun auch ein muslimischer Friedhof entstehen.
Stadt Wuppertal erteilt Baugenehmigung für ersten rein muslimischen Friedhof
Stadt Wuppertal erteilt Baugenehmigung für ersten muslimischen Friedhof / Foto: TRT Deutsch / TRT Deutsch

Nach mehr als einem Jahrzehnt intensiver Planungen soll im nordrhein-westfälischen Wuppertal der bundesweit erste rein muslimische Friedhof entstehen. Dafür wurde bereits am 28. April die Baugenehmigung an den Trägerverein „Muslimische Friedhöfe Wuppertal“ übergeben, wie die Stadt Wuppertal auf ihrer Webseite bekanntgab. Es wird demnach der erste muslimische Friedhof sein, der ausschließlich von muslimischen Gemeinden betrieben wird.

Oberbürgermeisterin Miriam Scherff sagte bei der Übergabe, der künftige Friedhof sei unmittelbar neben einem christlichen und einem jüdischen Friedhof geplant. Dies symbolisiere das friedliche Zusammenleben der Religionen in der Stadt. Wuppertal übernehme bei Integrationsprojekten seit Jahren eine Vorreiterrolle, sagte die Oberbürgermeisterin. Der muslimische Friedhof sei ein weiteres Beispiel dafür.

Der Vorsitzende des Trägervereins, Samir Bouaissa, sprach von einem „besonderen Tag“ nach jahrelangen Bemühungen. Die Idee für das Projekt sei bereits 2008 entstanden. Wuppertal habe als einzige Stadt den Bedarf erkannt und die Umsetzung unterstützt. „Heimat ist dort, wo auch die Ahnen begraben sind“, so Bouaissa.

Der muslimische Friedhof soll auf einem ehemaligen Gelände der evangelischen Kirche an der Krummacher Straße im Stadtteil Varresbeck entstehen. Die Fläche umfasst rund 19.000 Quadratmeter und soll in drei Bauabschnitten entwickelt werden. Sie bietet Platz für bis zu 1000 Gräber. Vorgesehen ist zudem ein parkähnliches Konzept mit einem „Platz der Begegnung“ am Eingangsbereich. 

Die Grundlage für das Projekt hatte eine Änderung des nordrhein-westfälischen Bestattungsgesetzes im Jahr 2014 geschaffen. Sie ermöglicht es Religionsgemeinschaften, eigene Friedhöfe zu betreiben. Die Finanzierung der Kosten des muslimischen Friedhofs in Höhe von rund einer Million Euro soll über Spenden erfolgen. Der erste Spatenstich ist noch für dieses Jahr geplant.

QUELLE:TRT Deutsch