Nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat der Vermittler Pakistan beide Länder aufgefordert, weiter die vereinbarte Waffenruhe einzuhalten. Dies sei „zwingend erforderlich“, sagte der pakistanische Außenminister Ishaq Dar am Sonntag. Pakistan werde weiter als Vermittler dienen, um den „Dialog“ zwischen Washington und Teheran zu ermöglichen. Auch Australien forderte eine Fortsetzung der Feuerpause im Nahen Osten.
Hochrangige Vertreter der USA und des Iran hatten am Samstag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad unter pakistanischer Vermittlung Gespräche für eine Friedenslösung aufgenommen. US-Vizepräsident JD Vance erklärte die Gespräche aber am Sonntag nach einem 21-stündigen Verhandlungsmarathon für gescheitert.
„Die schlechte Nachricht ist, dass wir zu keiner Einigung gekommen sind“, sagte der Stellvertreter von US-Präsident Donald Trump. „Wir kehren also in die USA zurück, ohne eine Einigung erzielt zu haben.“ Teheran sei aber noch ein „letztes und bestes Angebot“ unterbreitet worden, erklärte Vance kurz vor seinem Abflug aus Pakistan am Sonntagmorgen.
Iran: Gespräche geprägt von „Atmosphäre des Misstrauens“
Das iranische Außenministerium spielte die in die diplomatischen Bemühungen gesetzten Erwartungen herunter. „Natürlich hätten wir von Anfang an nicht damit rechnen dürfen, in einer einzigen Runde eine Einigung zu erzielen. Niemand hatte eine solche Erwartung“, erklärte Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei im staatlichen iranischen Fernsehen. Die direkten Gespräche zwischen den beiden Delegationen seien „von einer Atmosphäre des Misstrauens“ geprägt gewesen.
Zugleich äußerte sich Bakaei zuversichtlich über eine Fortführung von diplomatischen Bemühungen. Teheran sei „zuversichtlich, dass die Kontakte zwischen uns und Pakistan sowie unseren anderen Freunden in der Region fortgesetzt werden“.
Dass die Gespräche ohne Einigung zwischen Washington und Teheran zu Ende gegangen seien, sei „enttäuschend“, erklärte Australiens Außenministerin Penny Wong. „Die Priorität muss nun darin bestehen, die Waffenruhe aufrechtzuerhalten und zu den Verhandlungen zurückzukehren.“
US-israelischer Angriffskrieg gegen den Iran
Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgten auch in zivilen Wohngebieten.
Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 2.076 Menschen im Iran. Mehr als 26.500 Menschen wurden demnach verletzt.
Der Iran reagierte mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 183 Tote und Tausende Verletzte.
Nach fünf Wochen Krieg einigten sich die Konfliktparteien vor wenigen Tagen auf eine zweiwöchige Feuerpause. In dieser Zeit soll unter Pakistans Vermittlung über ein dauerhaftes Ende des Krieges verhandelt werden.


















