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Selenskyj: Ukraine bereit für Waffenruhe über orthodoxe Ostertage
Russland kündigt über die orthodoxen Osterfeiertage eine zeitlich begrenzte Waffenruhe im Ukraine-Krieg an. Kiew signalisiert eine Bereitschaft zur Einhaltung.
Selenskyj: Ukraine bereit für Waffenruhe über orthodoxe Ostertage
Foto: Hakan Akgün/AA (Archiv)
vor 3 Stunden

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat die Bereitschaft seines Landes für eine vom russischen Präsidenten Wladimir Putin angekündigte Waffenruhe in der Ukraine für die orthodoxen Ostertage signalisiert. „Die Ukraine hat wiederholt deutlich gemacht, dass wir bereit sind, Gegenmaßnahmen zu ergreifen“, erklärte Selenskyj am Donnerstag in Onlinediensten. Kiew habe eine solche Waffenruhe für die Ostertage vorgeschlagen und werde „entsprechend handeln“.

Der Kreml hatte zuvor erklärt, „auf Beschluss des Oberbefehlshabers“ Putin werde „im Zusammenhang mit dem bevorstehenden orthodoxen Osterfest eine Waffenruhe vom 11. April, 16.00 Uhr (15.00 Uhr MESZ), bis zum Ende des Tages am 12. April 2026 verkündet“. Der Generalstab der russischen Armee sei angewiesen worden, „die Kampfhandlungen in allen Richtungen für diesen Zeitraum einzustellen“, erklärte der Kreml weiter. Die Truppen seien zugleich bereit, „allen möglichen Provokationen des Feindes entgegenzuwirken“.

Seit vier Jahren befinden sich Russland und die Ukraine im Krieg. Für eine Beendigung der Kämpfe stellt Moskau Forderungen, die Kiew kategorisch ablehnt. Zu den russischen Bedingungen gehören etwa der Verzicht Kiews auf einen NATO-Beitritt und die Anerkennung der von Moskau annektierten Gebiete. Moskau beharrt auf seiner Forderung, dass die Ukraine die gesamte Donbass-Region im Osten des Landes abtreten soll. 

Mitte Februar fand in Genf eine Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine, Russland und den USA statt, bei der kein diplomatischer Durchbruch zur Beendigung des Konflikts erzielt werden konnte. Unter Vermittlung von Washington und den Vereinigten Arabischen Emirate kam es Anfang März zu einem Gefangenenaustausch zwischen den Kriegsparteien. 

Bereits im vergangenen Jahr hatten sich Delegationen aus Russland und der Ukraine zu drei Verhandlungsrunden in Istanbul getroffen, bei denen der Austausch von Gefangenen und die Rückgabe getöteter Soldaten vereinbart wurde.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen