Nach mutmaßlichen Drohnenangriffen auf Handelsschiffe vor den Küsten Rumäniens und Bulgariens hat die NATO die Entsendung „zusätzlicher Mittel“ in die Schwarzmeerregion angekündigt. Dazu gehörten „Unterstützung für Überwachung, Aufklärung und forensische Analyse“, erklärte NATO-Sprecherin Allison Hart nach einem Treffen der NATO-Botschafter der Mitgliedstaaten in Brüssel am Dienstag im Onlinedienst X. „Wir werden weiterhin geschlossen auftreten und dafür sorgen, dass wir bereit und in der Lage sind, jeder Bedrohung zu begegnen“, fügte sie hinzu.
Der bulgarische Ministerpräsident Rumen Radew bestätigte am Dienstag, dass ein Flugzeug der US-Marine über dem Schwarzen Meer im Einsatz ist. Die Maschine fliege Aufklärungsmissionen, um mögliche Bedrohungen aufzuspüren, sagte Radew vor Journalisten. Die NATO-Partner hätten schnell auf die bulgarische Bitte um Unterstützung reagiert. Bulgariens Verteidigungsminister Dimitar Stojanow erklärte, das Flugzeug sei unter NATO-Kommando und habe in diesem Einsatz keine Angriffsfähigkeit.
Seit Anfang Oktober häufen sich Zwischenfälle vor den Küsten Bulgariens und Rumäniens. Am Dienstag vergangener Woche war vor der Küste Rumäniens zunächst ein Brand auf einem Öltanker gemeldet worden. In der Nacht zu Donnerstag brach nach Behördenangaben auf einem weiteren Schiff ein Feuer aus. Der rumänischen Schifffahrtsbehörde zufolge befanden sich an Bord des Chemietankers zwölf Menschen. Demnach gelten sieben Seeleute noch als vermisst. Ob der Brand durch einen Treffer mit einer Drohne ausgelöst wurde, konnte die Schifffahrtsbehörde in Constanța weder bestätigen noch ausschließen. Zuvor hatten rumänische Medien berichtet, dass die Besatzungen anderer Schiffe in der Nähe einen Drohnenangriff auf das in Brand gesetzte Schiff beobachtet hätten.
Auch Türkiye hatte sich jüngst für einen sicheren Schiffsverkehr im Schwarzen Meer ausgesprochen, nachdem mehrere türkische Schiffe Ziel von Drohnenangriffen geworden waren. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist das Schwarze Meer zunehmend Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen. Das Schwarze Meer ist von zentraler Bedeutung für den weltweiten Export von Getreide, Energieressourcen und Rohstoffen, sodass auch Handelsschiffe ins Visier von Drohnenangriffen geraten können.























