GESELLSCHAFT
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Umfrage: Sozialleistungen für Zugewanderte an Arbeitsjahre knüpfen
Gesundheit, Rente, Arbeit – der Sozialstaat muss an vielen Stellen neu justiert werden. Arbeitnehmer finanzieren das System. Laut einer Umfrage findet eine Mehrheit, dass auch nur diejenigen mit vielen Arbeitsjahren davon profitieren sollten.
Umfrage: Sozialleistungen für Zugewanderte an Arbeitsjahre knüpfen
Foto: Michael Probst/AP (Archiv)

Laut einer Umfrage im Auftrag des WDR finden es 66 Prozent richtig, wenn Zugewanderte künftig nur noch dann Sozialleistungen in Deutschland bekommen, wenn sie hier längere Zeit gearbeitet haben. Jeder Vierte (26 Prozent) fände das falsch, wie der WDR am Montag mitteilte. In der repräsentativen Erhebung befragte das Institut infratest dimap im April bundesweit 2.084 Menschen aus der deutschsprachigen Bevölkerung ab 16 Jahren.

Im Januar hatte die Kommission zur Sozialstaatsreform der Bundesregierung unter anderem empfohlen, sich auf EU-Ebene dafür einzusetzen, den Zugang von EU-Ausländern zu Sozialleistungen in Deutschland künftig an eine umfassendere Beschäftigung zu knüpfen. Mehrheitliche Zustimmung erfährt dieser Vorschlag unter Sympathisanten der AfD (91 Prozent), der Union (79 Prozent) sowie der SPD (63 Prozent). Mehrheitlich dagegen sind Menschen, die sich am ehesten der Linken (55 Prozent) beziehungsweise den Grünen (64 Prozent) nahe fühlen.

Mehrheit gegen mehr Arbeit

Forderungen, die Deutschen müssten mehr arbeiten, um den Wohlstand im Land zu sichern, werden den Angaben nach von 63 Prozent abgelehnt. Jeder Dritte (32 Prozent) stimmt der Aussage hingegen zu. Insgesamt könnte knapp jeder Zweite (47 Prozent) persönliche Einschnitte nachvollziehen, um die Sozialsysteme für die Zukunft zu sichern. Ebenso viele könnten das nicht nachvollziehen, hieß es.

Bei einer Reform der Sozialsysteme unterstützen die Befragten am ehesten Einschnitte in die Arbeitslosenversicherung: Jeder Dritte (33 Prozent) fände Einschnitte an dieser Stelle in der aktuellen Situation richtig. 18 Prozent befürworten Einschnitte in die Krankenversicherung, 16 Prozent in die Rentenversicherung und 13 Prozent in die Pflegeversicherung. Gut die Hälfte (52 Prozent) lehnt Einschnitte in die Sozialsysteme generell ab.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen