Der Medien- und Rundfunkrat Aserbaidschans hat Berichte über Verbindungen des festgenommenen Ex-Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, mit einem aserbaidschanischen Agenten indirekt zurückgewiesen. Bei den Behauptungen handele es sich um Desinformationen, die Teil einer „intensiven Verleumdungskampagne“ gegen Aserbaidschan seien, so die Behörde am Mittwoch auf X. Um welche Vorwürfe es dabei konkret geht, wurde nicht näher erläutert.
Der „Spiegel“ hatte am Dienstag unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen über mögliche Kontakte Hannings zu einem aserbaidschanischen Agenten berichtet. Die Bundesanwaltschaft kommentierte diesen Bericht nicht. Der unter Spionageverdacht stehende Hanning soll am heutigen Mittwoch in Karlsruhe einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) vorgeführt werden. Hanning war am Dienstag in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm geheimdienstliche Agententätigkeit, landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und versuchten Landesverrat vor.
Nach dem „Spiegel“-Bericht hätten auch internationale Nachrichtenagenturen wie Reuters und AFP die Behauptungen übernommen und diese als Tatsachen präsentiert, hieß es von aserbaidschanischer Seite. „Die Verbreitung solcher Materialien ohne Bezugnahme auf offizielle Quellen stellt eine unannehmbare Manipulation von Informationen dar.“ Medien seien dazu verpflichtet, journalistische Grundsätze zu achten. Der aserbaidschanische Medienrat vermutet hinter der „Desinformationskampagne“ Kräfte, die den zuletzt weiterentwickelten Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Deutschland schaden wollten.























